Theaterensemble SAkramO3D mit dem Stück „Alte Hasen kehren besser“

Sarah Gros und Monika Wieder alias "Sakramo D3"
Heilbronn: Mehrgenerationenhaus | Die Nachbarinnen Geli und Gerda unterhalten sich über den Gartenzaun: „Guten Morgen – wie geht’s?“ „Scho‘ recht – s’isch halt nemme so, wie`s früher war.“ Und mit der Melodie „Eine Reise in den Süden ist für andre schick und fein, …“ schwingt Gerda ihren Besen und fegt die Terasse. Wie es Geli und Gerda wirklich geht, von Gelis Enttäuschung über den untreuen Mann oder die mühevolle Pflege die Gerda leistet, seit ihr Mann einen Schlaganfall hatte und die nicht verwirklichten Reiseträume im Ruhestand, darüber sprechen sie nicht. Jede trägt das mit sich herum und die eine spült die Enttäuschung mit Alkohol hinunter und die andere löst die Träume mit Tabletten auf. So leben sie jahrelang nebeneinander und erst durch den Sturz von Gerda und die Verwahrlosung von Geli und mit Hilfe von Freunden und Familie merken die beiden, dass etwas nicht in Ordnung ist und beschließen etwas zu ändern.
An vielen Stellen des Theaterstücks ist Zustimmung bei den Besucher/innen, des auch sonst wöchentlich stattfindenden Nordstadttreffs, zu vernehmen. Und während der Humor im Theaterstück nicht zu kurz kommt und für gute Stimmung im Café sorgt, ist die Ernsthaftigkeit des Themas mit den leidvollen Erfahrungen, die mit Altwerden, Alkoholkonsum oder Tablettenmissbrauch verbunden sind, in den anschließenden Gesprächen nicht zu überhören. Was gut tut und in schweren Stunden hilft, ohne die Gesundheit und Selbständigkeit zu gefährden, dazu leisten das Mehrgenerationenhaus in der Rauchstraße und das Begegnungscafé in der Schellengasse mit ihren Begegnungsmöglichkeiten wichtige Beiträge.
Im Rahmen des Projekts „KlarA – klar und unabhängig im Alter“ lud das Diakonische Werk Heilbronn zu diesem Nachmittag ein und über 50 Besucher/innen wagten sich an das Tabuthema „Sucht im Alter“ heran. Für Seniorengruppen bietet das Diakonische Werk Vorträge an und für Betroffene steht das Beratungsangebot zur Verfügung. Das Projekt wird von der Baden- Württemberg Stiftung finanziert und bis Sommer 2018 können alle Vorträge und Angebote kostenlos in Anspruch genommen werden.
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