Very british - Akademiekonzert der JOA vom 02.10.1515

Die JOA unter der Glaspyramide
„Very british“ i.S.v. etwas spleenig fand Dirigent Michael Böttcher es, ein Konzert ausgerechnet für Tuba und Orchester zu schreiben. Gut, dass Ralph Vaughan Williams diese spleenige Idee hatte, denn so konnte sich mit dem Solisten Matthew Bookert ein Könner dieses Instruments vorstellen, der weiche Melodienbögen ebenso beherrscht wie jazzige „Kellerkoloraturen“. Ein Genuss für Zuhörer und Orchester, dem die Zusammenarbeit sichtlich Spaß machte. Schon zuvor konnte das Orchester seinen vollen Glanz entfalten im Prelude zur Filmmusik zu Richard III von William Walton. Auf die nach der Pause gebotenen „Enigma-Variationen“ von Edward Elgar freute sich Böttcher schon vorher, zu Recht, denn durch seine oft zurückhaltende Wahl der Tempi erreichte er eine Durchhörigkeit von Themen und ihren Verarbeitungen und ließ den schönen Ton der Solostimmen, besonders im Cello und den Bläsern, voll zur Geltung kommen. Auch bei den dramatisch-schwungvollen Tuttiteilen präsentierten sich die gut 70 jugendlichen Musiker als Einheit und erreichten einen vollen Orchesterklang, der den Rahmen der Glaspyramide der KSK mitunter sprengte. Ein hörenswertes Konzert! Einziger Kritikpunkt: Es waren keine Programmflyer mehr übrig, die den Zuhörern geholfen hätten, das Rätsel „Enigma“ zu lösen.
Eingestellt von: Michael Bast
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