Für einen europäischen Islam

Bei einer gut besuchten Veranstaltung der SPD-Arbeitskreise Christen und Europa referierte die frühere Bundestagsabgeordnete Lale Akgün zur Situation der Muslime in Deutschland. Sie stellte fest, der Islam sei aktuell zum Symbol aller gesellschaftspolitischen Probleme im Land geworden. Akgün gab dafür auch den Muslim-Verbänden Mitverantwortung, die einen mehr oder weniger konservativen Islam vertreten. Sie plädierte für einen europäischen und deutschen Islam, in den die hier geltenden Werte, wie etwa Menschenwürde und Gleichheit von Mann und Frau einbezogen werden müssen. Dazu sei ein breiter theologischer Diskurs über die Auslegung des Koran dringend. Nicht zuletzt müsse den Terroristen die theologische Grundlage entzogen werden. Akgün zitierte den 2010 verstorbenen Islam-Wissenschaftler Abu Zaid, der sich für eine Zeit bezogene und gegen die Wort wörtliche Auslegung des Koran ausgesprochen hat. Dass nur die arabische Koranfassung authentisch sein soll, dient in den Augen von Lale Akgün den Mächtigen. „Der Koran muss in der Muttersprache der Menschen ausgelegt werden“. Die Muslime in Deutschland stünden an einem Scheideweg. Sie müssten die Herausforderungen der neuen Gesellschaft annehmen; dafür müsse der liberale Islam in Europa gefördert werden. ül
Eingestellt von: Andreas Lanio
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