Gedächtnis der Stadt

Bei einer speziellen Führung hat der SPD-Ortsverein Heilbronn besondere Einblicke in die Sonderausstellung „Hermann Eisenmenger“ im Otto-Rettenmaier-Haus des Heilbronner Stadtarchivs ermöglicht. Eisenmenger war 1950 bis 1990 Heilbronner Stimme-Fotograf, aber auch ein Foto-Journalist, der seine Motive komponierte. Er schoss sein erstes Bild für die Stimme bei der Maikundgebung auf dem Marktplatz vom früheren SPD- Innenminister Fritz Ulrich. Weitere markante Beispiele für seine Bild-Inszenierungen sind Willy Brandt in Heilbronn und Günter Grass 1985 auf der Waldheide. Kuratorin Miriam Eberlein rief anhand der 450 Bilder weitere Ereignisse in Erinnerung. Eisenmenger war ein politischer Foto-Künstler, wie seine ehemaligen Kollegen Gerd Kempf und Gerhard Schwinghammer aus persönlichen Begegnungen wissen ließen. Unvergessen sind seine mutigen Aktionen wie heimliche Baumbesteigungen, um die Entwicklung auf der Waldheide vom Ausbau zum Raketenstandort bis zum tödlichen Unglück 1985 zu dokumentieren. Geprägt von der Trümmerlandschaft Heilbronns, die er als 19jähriger Kriegsheimkehrer erlebt hatte, engagierte er sich in der Friedensbewegung. Miriam Eberlein bezeichnete Eisenmenger als „Bildgedächtnis“ der Stadt und der Region. Die Ausstellung wird bis 29. Mai gezeigt.
Eingestellt von: Gerhard Schwinghammer
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