Autobiografie vom Journalisten Wolf Schneider

Mit dem im Mai 2015 erschienenen Buch „Hottentottensstottertrottel“ befasste sich die Gruppe Stottern und Selbsthilfe. Eine für Betroffene interessante Publikation. Der ungewöhnliche Buchtitel versprach Auskunft darüber, wie der prominente Autor sein Stottern überwunden hat und heute auf eine Karriere als Rhetoriker zurückblickt. Wolf Schneider, Jahrgang 1925, bekannt als Moderator der „NDR-Talkshow“, war Chefredakteur der „Welt“ sowie Leiter der Hamburger Journalistenschule. 46 Kapitel Erinnerungen geben umfangreichen Einblick in den deutschen Nachkriegsjournalismus. Kurz in der Einleitung und knapp im Kapitel über Kindheit und Jugend beschreibt er seine Veranlagung zum Stottern und deren Überwindung. Die Störung bewältigte Schneider mit dem in verkürzter Form Titel gebenden 29-Silben-Zungenbrecher als Sprechtraining. Keine Antworten erhält der betroffene Leser jedoch auf Fragen nach Vermeidungsstrategien in der beruflichen Laufbahn, Rückfällen und Reaktionen im privaten Umfeld. Der auf dem Cover losgelöst stehende, provozierende Titel streift lediglich die versprochene Thematik. Obgleich es sich um eine Autobiografie handelt, gab es Anlass in der Gruppe, über die Aussage und Wirkung des Titels aus heutiger Sicht nachzudenken. DW
Eingestellt von: DW
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