Beispielschicksal: HIV-Diagnose wirft Mann aus der Bahn

Die Aids-Hilfe sichtet zurzeit die Rechnungen ihres kranken Klienten und bringt Ordnung in seine Unterlagen. Foto: dpa
Die Diagnose ist für Tobias B. (Name geändert) ein Schock: HIV-positiv. Zuerst verliert der 38-Jährige, der als Ungelernter immer nur als Hilfs- und Leiharbeiter tätig war, seinen Job.
Das nimmt ihn so sehr mit, dass sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechtert. Die ersten Schulden entstehen. Seine Situation wächst ihm zusehends über den Kopf. Er ist kurz davor, sich das Leben zu nehmen.
Krankheitsbedingt hat er schon lange jeden Mumm verloren. Er nimmt keine Medikamente mehr, geht nicht mehr zum Arzt. Seine Post bleibt ungeöffnet, darunter befinden sich auch zahlreiche Rechnungen. Alles lässt er laufen. Er vermeidet den Kontakt zu anderen Menschen, vereinsamt. Dann folgt ein Aufenthalt in der Psychiatrie. Das Blatt wendet sich. Vor ein paar Wochen sucht Tobias B. auf Anregung des Jobcenters Unterstützung bei der Aids-Hilfe Unterland. Nun versucht sein Sozialarbeiter, das Leben seines Klienten zu ordnen. Zwei Monatsmieten ist er bereits im Rückstand. Der Mann ist stark untergewichtig, wiegt bei 1,80 Meter Körpergröße nur noch 48 Kilo. Ihn bald wieder in Lohn und Arbeit zu bringen, scheint im Moment aussichtslos. Zurzeit bleiben ihm keine 220 Euro im Monat. Die Aids-Hilfe hofft auf eine Überbrückungszahlung aus der HSt-Leserhilfsaktion Menschen in Not.
Eingestellt von: Ulrike Bauer-Dörr
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