Trauer und Trauma

Im Sitzungssaal des Gewerkschaftshauses war kaum noch ein Platz frei. Über 100 interessierte Fachleute nahmen auf Einladung der Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch des Vereins Pfiffigunde e. V. am diesjährigen Fachforum zum Thema „Trauer und Trauma“ teil. Die Referenten Hanne Shah und Thomas Weber beschäftigten sich mit der Hilflosigkeit der Betroffenen und der Helfer und warum es so schwer ist, die jeweils andere Seite zu verstehen. Dabei verhalfen sie den Zuhörern zu teilweise verblüffenden Erkenntnissen. Schuldgefühle beispielsweise - und seien sie noch so irrational - helfen Personen, sich nach einem Trauma zu stabilisieren und sollten in einer Therapie nur ganz vorsichtig bearbeitet werden. Ein einfaches Rezept für den richtigen Umgang mit traumatisierten und trauernden Menschen gibt es nicht, so die Vortragenden, die über das Thema kürzlich ein Buch verfasst haben. Auch Ausbildungen und Zertifikate alleine helfen nicht weiter. Es brauche vor allem sehr viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen in die Situation des Gegenübers und die Bereitschaft, sich immer wieder neu auf die Betroffenen einzulassen. Trauernde Menschen wollten keine Ratschläge, sondern vor allem Respekt für ihre Art des Trauerns.
Eingestellt von: Stephanie Ackermann
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