Wie die Stasi Schüler bespitzelte

Michael G. Fritz (vorne rechts) bei der Ausstellungseröffnung
Bespitzelung, Verrat, Einschüchterung – die Staatssicherheit der DDR schuf ein Klima der Verunsicherung und Angst, um die Diktatur in der DDR zu stabilisieren. Dass die Stasi dabei auch gezielt Schüler beobachtete und benutzte, bewies die Ausstellung „MfS und Schule“, die in der Helene-Lange-Realschule gemeinsam mit der Abendrealschule gezeigt wurde. „Was ist das für ein Staat, der bereits Schüler bedrängt“, so der Dresdner Schriftsteller Michael G. Fritz in seiner Einführung. Die SED-Diktatur zwang die Schüler und Studenten „mit eiserner Hand zum Glück“, die gleichgeschaltete „sozialistische Persönlichkeit“ sollte das Individuum ersetzen. Die ständige Überwachung, den Verlust der Privatsphäre, das erlebte der Dresdner Zeitzeuge und vermittelte den Schülern sehr anschaulich, was das für den Einzelnen bedeutete. Michael Fritz wurde nach seinem Protest gegen die UdSSR-Ausweisung Solschenyzins im Jahre 1974 aus der Hochschule in Freiberg exmatrikuliert. Wegen der Beteiligung an einer privaten Lesung nahm ihn die Stasi„ zur Klärung eines Sachverhalts“ mit - der erste direkte Kontakt des jungen Schriftstellers mit dem Instrument der SED. Der Ansage „Wir kriegen alles raus“ folgte jahrelange Angst, die erst mit der Öffnung der Stasi-Akten im Jahr 1992 für Fritz ein Ende nahm. MH

Eingestellt von: Norbert Jung
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