Von Tierhaut zum Lederschuh

Dieter Glenk, Joachim Sauter und Hermann Setzer (von links) schilderten bei 60plus die Geschichte der Künzelsauer Schuhfabriken und informierten über die industrielle Herstellung von Schuhen. (Foto: Karl Wunderlich) (Foto: Karl Wunderlich)
Künzelsau: Kath. Kirche St. Paulus | Mit einem Schnäppchenverkauf wird das Künzelsauer Schuhhaus Setzer ab 29. Mai wieder eröffnen. Das sagte Seniorchef Hermann Setzer bei einer Veranstaltung von 60plus im Gemeindesaal von St. Paulus. Mit Dieter Glenk und Joachim Sauter, die ebenfalls Nachfahren von Gründern der ehemaligen Künzelsauer Schuhfabriken sind, ließ er die rund fünfzig Besucher anhand eines Lichtbildervortrages einen Rückblick in die erste Industrialisierungsphase Künzelsaus im 19. Jahrhundert werfen. Die industrielle Leder- und Schuhherstellung hatte im einstigen Klein-Nürnberg eine lange handwerkliche Vorgeschichte. Dieter Glenk ist der Neffe des Firmengründers Fiedrich Glenk, dessen 1855 eröffnete Schuhfabrik Heinrich Reger & Cie 1918 erweitert wurde und die Stiefel, Kinderschuhe und Sandalen herstellte. Aus der 1886 von Carl Setzer eröffneten Werkstatt in der Schlossgasse enwickelte sich die Schuhfabrik Carl Setzer & Söhne, die 1900 in ein Gebäude am Unteren Markt zog und ab 1923 außerdem in der ehemaligen Dampfbrauerei in der Morsbacher Straße Halbschuhe und Stiefel herstellte. Beide Firmen mussten wegen der Konkurrenz aus Billiglohnländern 1958 (Setzer) und 1960 (Glenk) schließen. Die drei Referenten ergänzten die historischen Ausführungen durch interessante Details über die Ledergerberei, die zum Namen Hoigzipfel für einen ganzen Straßenzug in Künzelsau geführt hat, und die einzelnen Schritte der Schuhproduktion - von der Tierhaut bis zum fertigen Schuh.
Die Firma Bürkert wird am 28. Juni besucht. Anmeldungen dazu bitte bis 23. Juni bei Karl Wunderlich (Tel. 07940/4711).
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