Das Unfassbare erfassen: Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Tor zum ehemaligen KZ Dachau (Foto: https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/)
Lauffen: Hölderlin-Gymnasium | 1933 bis 1945: In der Schule nehmen diese zwölf Jahre der nationalsozialistischen Willkür- und Gewaltherrschaft stets breiten Raum ein, um junge Menschen mit dieser dunkelsten Zeit der jüngeren deutschen Geschichte zu konfrontieren. Für eine umfassende, tiefgründige und kritische Auseinandersetzung damit genügt jedoch eine bloß kognitiv-rationale Herangehensweise nicht. Gemäß dem Leitbild unserer Schule – „Wir erweitern unseren Blick nach außen“ – waren daher nun zum dritten Mal in Folge alle neunten Klassen des Hölderlin-Gymnasiums gemeinsam zu Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau vor den Toren Münchens.
Das Lager Dachau war im März 1933 zunächst zur Unterbringung politischer Gefangener eröffnet worden, später kamen Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Emigranten und Angehörige anderer Minderheiten oder oppositioneller Gruppen hinzu. Dachau wurde darüber hinaus zum Modell für andere nationalsozialistische Konzentrationslager. Insgesamt waren bis zur Befreiung durch die US-Armee Ende April 1945 über 200.000 Menschen in Dachau inhaftiert, von denen mehr als 40.000 den Tod fanden.
Während der dreistündigen Führung erkundeten die Klassen das weitläufige Gelände, darunter eine derjenigen Baracken, in denen die Häftlinge damals auf engstem Raum und unter menschenunwürdigen Bedingungen zusammengepfercht wurden, und das Krematorium für die Beseitigung der Leichen, dessen Öfen meist Tag und Nacht in Betrieb waren. Ergänzend vermittelte die Dauerausstellung mit teilweise beklemmenden Bildern und Texten sowie Originalexponaten, etwa einer noch erhaltenen Häftlingskleidung von damals, den Schülerinnen und Schülern ein ebenso vielfältiges wie bedrückendes Bild vom Lageralltag unter der grausamen Herrschaft der SS.
„Plus jamais – never again – nie wieder“ steht heute in großen Buchstaben an einer der Steinwände in der Gedenkstätte. Dem ist nichts hinzuzufügen.
(Benjamin Gerig)
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