In Stein ging es Aufwärtz

Damals in der C Jugend
Jahrgang 1947 / 48 von Stein am Kocher.
Die Ansprüche Ende der Fünfziger waren noch sehr gering. Die Eltern versuchten die eigene Wohnung so gemütlich es ging Einzurichten. Dazu kam in dieser Zeit die Musiktruhen ( Radio mit Plattenspieler )die zogen in dieser Zeit in die Wohnstuben mancher Familien ein und mit ihnen die Egerländer Fredi und Co . Wir Kinder hatten noch kein Geld um uns Platten unseres Musikstiels zu kaufen, das kam erst später, in der Lehrzeit. Zum Fernsehschauen musste man noch in die Kneipen gehen, denn Fernseher waren für den normalen Bürger noch unerschwinglich. Das Taschengeld mussten wir uns selbst verdienen. Da sprach keiner von Kinderarbeit, wenn man auf dem Acker oder bei der Obsternte eingesetzt wurde. Im Frühjahr ging´s zum Hesslingshof um die Zuckerrübenpflanzen einzeln zu stellen und wenn die Erbsen reif wahren, wurden wir dann wieder mit dem Traktor und Anhänger abgeholt, zum Erbsen pflücken. Dieses mühsam erarbeitete Geld, musste man sich über Monate einteilen. Auch durch das Weinbergschnecken sammeln im Frühjahr, konnte man sein Taschengeldkonto kräftig aufbessern. Die Annahmestelle für die Schnecken, war beim `` Kumpel ´´und war dann im Sommer die Anlaufstelle für loses Eis in der Waffel. Für 10 Pfennig je Kugel gab es, Vanille oder Schoko. Zu Kinobesuchen sind wir dann als zwölfjährige ganz nach Brettach zu Fuß gelaufen, denn ein Fahrrad hatten nur ganz wenige von uns Kindern. Western mit Fuzi und Co waren damals ganz gewaltig in. In Stein, im Grünen Baum kam auch ab und zu mal ein Filmvorführer, der hatte aber meist nur liebes und Heimatfilme für die Erwachsenen in seinem Programm. Stein ist sowieso ein ganz spezielles Örtchen in Baden Württemberg schon aus dem Grund, dass es sich im Grenzverlauf zwischen Baden und Württemberg befindet. Ich glaube es gibt nirgends so viele Leute, die Beinahmen haben wie in Stein. Diese gehören in Stein einfach dazu und haben auch keinen Negativen Hintergrund. So gibt oder gab es den Speckle, der ein Hausschlachter war, oder den Schnellreich, sowie Blechle, oder Hummelfütterer, auch Gattich der Frisör, ist meist nur unter diesem Namen ein Begriff. So ist es schon oft vorgekommen dass man diese Personen mit dem Beinamen angesprochen hat, da man ja oft den richtigen Nachnamen gar nicht kannte. In den meisten Fällen wird dann nur zurückgelächelt, denn diese Leute wissen ja, dass das nicht böse gemeint ist. Ich kann aus meiner Sicht nur Gutes über den besagten Frisör berichten, denn er hat mir die ersten Fußballschuhe geschenkt damit ich in der C Jugend mittspielen konnte. Auch sonst hat er sich Damals sehr darum bemüht, die Kinder und Jugendlichen zum Fußballspielen im Verein des TSV Viktoria Stein zu animieren. Da gab es nach dem Haarschnitt immer eine Empfehlung und ein Päckchen Kaugummi als Motivation mit auf den Heimweg.
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