Öhringer Albvereinssenioren auf jüdischen Spuren

Heinz Deininger zeigt den Albvereinlern den jüdischen Friedhof
27 erwartungsvoll und neugierig gestimmte Wanderfreunde und Wanderfreundinnen der Seniorengruppe des Schwäbischen Albvereins Öhringen durfte Wanderführer Gerhard Wittlinger bei strahlender Frühlingssonne zur Ausfahrt nach Affaltrach begrüßen. Dort nahm sie der 1. Vorsitzende des Freundeskreises ehemalige Synagoge Affaltrach e. V. Heinz Deininger herzlich in Empfang. Auf historischen Spuren durch den Ortskern führte uns der Weg, immer begleitet von interessanten Erläuterungen, hinaus zum Friedhof im Greut außerhalb Affaltrachs. Hier wurden seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts über 700 jüdische Bürger aus Affaltrach und den jüdischen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung, v. a. auch aus Öhringen bestattet. Die letzten Beerdingungen fanden hier im August 1942 statt. Die Inschriften auf den Grabsteinen gaben Aufschluss über die Schicksale der einstigen jüdischen Mitbürger. Auch die Bestattungsrituale stießen auf großes Interesse bei den Albvereinlern. So durften z. B. keine Feuerbestattungen erfolgen. Die Gräber auf allen jüdischen Friedhöfen genießen das ewige Ruherecht. Als Schmuck wurden kleine Steine auf die Gräber gelegt.
Die im Jahr 1851 im Ortskern von Affaltrach erbaute Synagoge sowie die jüdischen Einwohner standen unter dem dörflichen Schutzjudentum der jeweiligen Herrschaft.
So konnte sich diese Gemeinde dann auch voll entfalten und genoss Ansehen bei der christlichen Bürgerschaft. In der Reichspogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 schändeten und verwüsteten auswärtige Abordnungen von SA und NSDAP die Einrichtung des Betsaales. Heute gehört das ansprechende Gebäude dem Landkreis Heilbronn, der es auch 1988 nach den alten Plänen wieder herstellen ließ.
Gebannt lauschten die Teilnehmer bei der Führung durch die Synagoge den kurzweiligen und interessanten Erläuterungen über die jüdischen Gebräuche bei den koscheren Speisen, den Feiertagen, Festen und über das religiöse Leben in den Familien. Gerhard Wittlinger bedankte sich herzlich bei Herr Deininger für dessen Engagement und den beeindruckenden Nachmittag, der in besinnlicher Runde in gastlicher Stätte ausklang.
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