Erlebnis Natur an der Fischkinderstube in Bad Friedrichshall-Untergriesheim

Trotz hochsommerlichen Wetters hatten sich eine Anzahl Gewässerfreunde am schwäbischen samstäglichen Schaffenstag zum Spaziergang an die Fischkinderstube an der Jagst in Untergriesheim eingefunden.
Hans Frank vom Fischereiverein Neckarsulm und Mitinitiator dieser Ausgleichsmaßnahme an den Fließgewässern Jagst und Kocher auf Friedrichshaller Gemarkung informierte über die Entstehung und Entwicklung dieser Biotope aus 2. Hand von der Idee über die Diskussionen in den zuständigen Gremien bis zur derzeitigen Lebensraumentwicklung.
Entscheidend war die finanzielle Beteiligung der Deutschen Bahn, welche hier Ausgleichsmaßnahmen für die Elsenztalbahn verwirklichte und das „Grüne Licht“ von Verwaltung und Gemeinderat Bad Friedrichshall sowie der umfangreiche ehrenamtliche Einsatz des Sportangelvereins unter Federführung von Herrn Frank.
Die Biotopgestaltung mit der Bildung eines Seitenarmes der Jagst mit Flachwasserzonen, tieferen Wasserbereichen und der Schaffung einer Eisvogelwand ließ neue Lebensräume für Fische, Amphibien und Vögel entstehen. In den flachen Bereichen wärmt sich das Wasser schneller auf und bietet dadurch den Jungfischen beste Entwicklungsmöglichkeiten. In einem abgegrenzten Becken sammelt sich kaltes Bachwasser zur Erwärmung, bevor es ebenfalls in den Fließwasserbereich abfließt.
Inzwischen verdeckt nach rd. 6 Jahren der Uferbewuchs den damaligen maschinellen Eingriff in die Böschungen vollkommen und auch die Eisvogelwand wird bereits wieder überwachsen. Um die Besonnung des Gewässerbiotops und die Funktion der Eisvogelwand zu erhalten, wäre im kommenden Winterhalbjahr ein Pflegeeinsatz auch zur Beseitigung von Verlandungsstellen notwendig.
An die Exkursion schloss sich eine Power-Point Präsentation im kath. Josefsheim in Untergriesheim an, welches wir dankenswerterweise nutzen durften. Herr Frank ließ in Wort und Bild die Entwicklung der Fischkinderstube Revue passieren und ging auch auf die Fauna des Gewässers von den Libellen, über die Köcherfliegenlarven, den Wasserskorpion bis hin zu den Fischarten ein. Die Teilnehmer waren erstaunt, als er berichtete, dass die Schwarzmeer-Grundel über den Schiffsverkehr auf der Donau und den Rhein-Main-Donau Kanal bereits bei uns in der Jagst aufgetaucht ist und die einheimischen Fischarten bedroht.
Horst Schulz dankte im Namen der NABU Gruppe und den Teilnehmern - wobei eine Teilnehmerin sogar mit dem Fahrrad aus Untereisesheim gekommen war - Hans Frank für die eindrucksvollen Einblicke am und im Gewässer. Er freute sich insbesondere über die gute Kooperation und den fruchtbaren Gedankenaustausch.
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