"Ganerbenblätter" in Bönnigheim erschienen

Der ukrainische Zwangsarbeiter Hryhorij Sabadasch, genannt Gregor, der in Bönnigheim arbeiten musste (1924 - 2012) Foto: HGB
Bönnigheim: Schwäbisches Schnapsmuseum | Die Jahreszeitschrift „Ganerbenblätter“ erhielten die Mitglieder der historischen Gesellschaft Bönnigheims in diese



n Tagen. Passend zum Corona Lockdown gibt es wertvollen Lesestoff. Der 43. Jahrgang der Blätter beinhaltet zwei lesenswerte Aufsätze sowie die Chronik und Ehrungen der Stadt.

Sehr aktuellen Bezug hat die Recherche von A. Ackermann und M. Karzel zur Masernepidemie 1836-38 im hiesigen Raum. Schon damals gab es Schulschließungen über mehrere Wochen. Warum das Virus in Bönnigheim keine Todesopfer forderte, wird gut recherchiert in drei Theorien dargestellt. Zahlreiche Schaubilder und Tabellen werden ausgewertet zu Todesursachen, Lebensstandard, Ernährung und Versorgung. Im stark betroffenen Neckartal verliefen die Verkehrswege, auch über den zugefrorenen Neckar. Zudem war es im Tal feucht-kalt. Die isolierte Lage Bönnigheims im strengen Winter 1837/38 war wohl entscheidend für das Verschonen des Ortes, gepaart mit besserer Luft und guter Brennholzversorgung.

Über einen „ukrainischen Zwangsarbeiter in Bönnigheim“ schrieb der Vereinsvorsitzende Kurt Sartorius. Ein Enkel des Ukrainers nahm 2011 Email Kontakt mit ihm auf. Sein noch lebender Großvater war damals als Ostarbeiter dem Bönnigheimer Bauern Adolf Hafendörfer zugeteilt worden. Hryhorij Sabadasch, genannt Gregor, arbeitete in der Landwirtschaft und im Weinbau, zusammen mit den Familienmitgliedern. Im Winter wurde er im Wald eingesetzt. Der Großvater wollte zunächst über des Schicksal des Bauern informiert werden, der von der Wehrmacht in den Krieg eingezogen worden war. Der ukrainische Zwangsarbeiter hatte ein gutes Verhältnis zu Adolf Hafendörfer und seiner Familie. Es entspann sich in reger Austausch, in dem sich am Beispiel dieser Einzelschicksale persönliche und Weltgeschichte spiegeln. Zeitzeugen lebten noch, sodass auf beiden Seiten Dankbarkeit und Versöhnliches erwuchs.

Die Zeitschrift „Ganerbenblätter“ kann für 8 € bei Kurt Sartorius erworden werden unter
Tel: 07143/22563 oder schnamus@web.de
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