Kaffee - Vom Satansgebräu zum Trendgetränk

Im voll besetzten Keller des Schwäbischen Schnapsmuseums führte die Stuttgarter Schauspielerin Jutta Menzel unterhaltsam in die Kulturgeschichte des Lieblingsgetränks der Europäer ein. Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich viele Mythen. Ob es nun die Mönche in einem Sufi-Kloster waren oder der Prophet Mohammed, dem der Trank höchstpersönlich von Erzengel Gabriel überreicht wurde, sei dahingestellt. Auf jeden Fall begann das Heißgetränk seinen Siegeszug im 13. Jahrhundert in Afrika, setzte ihn über die arabische Halbinsel fort und kam auf dem Seeweg bis zur Ostsee, auf dem Landweg über Konstantinopel, den Balkan und Wien in das östliche Europa.

Die Fülle an Anekdoten, Aphorismen und literarischen Huldigungen, die Jutta Menzel in ihre kulturgeschichtliche Zeitreise packte, war schier unerschöpflich. Genauso endlos scheint die Liste an Künstlern und Intellektuellen, die sich in Kaffeehäusern trafen, dort arbeiteten.

Wie politisch das öffentliche, gemeinsame Trinken von Kaffee sein kann, zeigte der Hinweis auf die Kaffeehäuser in Wien nach 1848. Umgekehrt wird das Getränk zum Symbol des bürgerlichen Rückzugs ins Private, wenn in Preußen das „Kaffeekränzchen“ geboren wird.
Nächstes Jahr zeigt eine Ausstellung die Vielfalt der Mausefallen.
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