Arbeitskreis Asyl Adolzfurt-Waldbach putzt und renoviert mit Bewohnern die Gemeinschaftsräume der Obdachlosenunterkünfte

Flüchtlinge renovieren Gemeinschaftsküche
Der Arbeitskreis Asyl hat am vergangenen Montag erstmals zusammen mit Bewohnern der Anschlussunterbringungsunterkunft / Obdachlosenheim in Bretzfeld-Adolzfurt die Gemeinschaftsräume im Gebäude am Zollstock geputzt und mit gemeinschaftlichen Renovierungsmaßnahmen begonnen.

Die erste gemeinsame Maßnahme galt der Gemeinschaftsküche, fünf Bewohner aus Syrien, Irak und Eritrea beteiligten sich aktiv an der Grundreinigung der Küche, dem anschließenden Streichen der Wände und Decke, Putzen der Fenster und auch ein Waschraum für 15 Bewohner konnte grundgereinigt werden.

Die Helfer des Arbeitskreises treten dabei nicht als Hausmeister oder Reinigungsdienstleister auf. Ziel der Aktionen ist es, den Bewohnern der Unterkunft zunächst das effektive gemeinsame Putzen und Erledigen einfacher Renovierungsarbeiten nahe- und beizubringen. Die Motivation ist hoch, die Mitarbeit der Bewohner wird vorausgesetzt. Zum Abschluss gab es im evangelischen Gemeindehaus ein gemeinsames Abendessen für alle Helfer und beteiligten Flüchtlinge.

Am Zollstock sind derzeit knapp 30 Flüchtlinge aus vier Nationen untergebracht, es existiert noch kein Gemeinschafts- oder Gruppengefühl. Sie verfügen noch nicht über das notwendige Werkzeug um Reinigungs- oder Ausbesserungsarbeiten selbst durchzuführen, zudem haben sie aufgrund der Sprachprobleme und der eingeschränkten Mobilität noch nicht die Möglichkeit, günstige Angebote zu nutzen und kennen auch unsere Reinigungsmittelvielfalt nicht. Wie auf dem freien Wohnungsmarkt auch, ist die Unterhaltsreinigung Aufgabe der Mieter.

Der Arbeitskreis Asyl stellte den Bewohnern zur Reinigung der Sanitärräume auch einen neuen Nassstaubsauger, Bodenwischer, Schrubber und ein Grundsortiment an Reinigungsmitteln zur Verfügung. Diese Gerätschaften würde sich jeder Mieter, der eine eigene Wohnung bezieht selbst beschaffen, nicht aber ein Flüchtling, der in einer Sammelunterkunft einquartiert wird. Folgeanschaffungen dagegen bleiben natürlich Aufgabe der Flüchtlinge.

Bei den Arbeitseinsätzen werden Kenntnisse und Warenkunde vermittelt. Beispielsweise suggeriert die Werbung, Spezialreiniger in Sprühflaschen für Küche und Bad für 2.49 Euro wären günstige Angebote. Dagegen sind Essigreiniger in Literflaschen oder Scheuermilch, Waschsoda und Bodenreiniger für 55 Cent bei Discountern in den unteren Regalreihen viel effektiver und günstiger zu bekommen.

Die Maßnahmen sollen – obwohl wir bei Kleinreparaturen im Haus die finanzielle Unterstützung der Gemeinde zugesichert bekommen haben – nicht die Arbeiten des Hausmeisters oder die Verpflichtung des Vermieters ersetzen. Fit werden für den freien Wohnungsmarkt heißt das Motto. Anderenorts laufen diese Maßnahmen unter dem Stichwort Mieterführerschein, welche z.B. die VHS für Flüchtlinge anbietet.

Für die Betreuung/Integrationsmaßnahmen der Flüchtlinge in Adolzfurt, Dimbach und Waldbach suchen wir noch weitere männliche Unterstützer.
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 31.07.2017 | 08:41  
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