Reben und Römer

Blick vom Krappenfelsen neckaraufwärts
Trübte ein Dunstschleier beim ersten Teil unserer Rundwanderung, die wir in Neckarwestheim starteten, den Blick von der Talabbruchkante des Schozachtals auf den Schemelsberg, die Weibertreu und die Löwensteiner Berge, so wurden wir bei unserer Wendung nach Westen bald auf Höhe des Krappenfelsens mit einem herrlichen Blick auf den Neckar belohnt. Während Segel- und Sportboote auf dem vor Lauffen aufgestauten Neckar die Gegenwart verkörperten, warfen wir schon bald einen Blick in die Vergangenheit. Inmitten der Weinberge - leicht erhöht über dem Neckartal - liegt ein ehemaliger römischer Gutshof. Die die ältesten Bauwerke der Villa rustica, die in ihrer letzten Ausbauphase vier Gebäude auf einer Fläche von 94 × 90 Meter umfasste, werden auf das Jahr 150 n. Chr. geschätzt. Höchstwahrscheinlich wurde die Villa um 260 n. Chr. nach der Zerstörung des Limes aufgegeben. Vorher jedoch verhalf der Export technischer Errungenschaften aus dem Zentrum des Römischen Weltreichs den Bewohnern dieses Gutshofs auch in einer für Römer eher unwirtlichen Region zu Annehmlichkeiten wie Fußboden- und Wandheizung sowie einem Warmbad samt Wanne, einem Kaltbad und Toiletten. Noch immer klangen auf unserem weiteren Weg flussaufwärts entlang des Neckars die Eindrücke aus einer vergangen Epoche nach, als uns bald nach einem entspannten Aufstieg über mehrere Kehren eine imposante Aussicht auf die Neckarlandschaft aber auch auf einen Teil des Kernkraftwerks in die Gegenwart zurückholte. Vorbei an einem Aussiedlerhof war dann auch zügig der Ausgangspunkt unserer Wanderung erreicht.
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