Spuren jüdischen Lebens in unserer Heimat Lehrensteinsfeld und Affaltrach ( Teil 1 )

aus dem Kirchhof der Johanniskirche in Willsbach
Bei meinen Wanderungen begegne ich oft den Spuren jüdischen Lebens in unserer Region.
Erstmals erwähnt wurde Lehren von Papst Alexander 1257, durch die Ausstellung einer Schutzurkunde die sich auf das Cistercienser Nonnenkloster Lichtenstern für Landgüter bezog. Der Ortsteil Steinsfeld wurde erstmals 1384 urkundlich erwähnt. Bis zur Zusammenführung im 15. Jh. prägten wechselnde Besitzverhältnisse das Dorfgeschehen.
Eine Besonderheit des Dorfteils Lehren war die Ansiedlung von Schutzjuden bereits 1652.
Die Handelsbeziehungen mit der freien Reichstadt Heilbronn, und dem Deutschherrenorden kam sehr gelegen. Namentlich bekannt war Jud Jacob von Lehren der 1592 genannt wurde.
In der Zeit des 30. Jährigen Krieges wanderten die Juden in ummauerte Städte ab, um Schutz zu suchen.
Ende des 17.Jh. siedelten sich dann unter den Schutz der Herren von Schmidtberg einige Juden in den Teilen Steinsfeld und Lehren an. In dieser Zeit Ende des 17.Jh. wurde ein Betraum im Haus des wohlhabenden Juden Aron Nathan eingerichtet.
1832 wurde ein Bezirksrabbinat eingerichtet, dem die jüdischen Gemeinden von Affaltrach, Eschenau, Kochendorf und weiterer Dörfer zugehörig waren.
Erst 1867 wurde das Bezirksrabbinat nach Heilbronn verlegt.
Der Begräbnisplatz der jüdischen Bürger war Affaltrach oder Heimsheim.
Ab dem19.Jahrhundert verringerte sich die Anzahl der jd. Bürger. 1869 gab es noch 84 Juden, die überwiegend Viehhändler, Landwirte oder Gastwirte waren.
Währen der Zeit der Verfolgung in der national Sozialistischen Zeit wurde nach einem letzten Gottesdienst am 26. Juni 1938 die Synagoge verkauft, umgebaut und als Obsthalle genutzt.
Aus der Geschichte der Gemeinde Lehrensteinsfeld

In Affaltrach befindet sich die 1851 erbaute Synagoge, heute Museum und der jd. Friedhof aus dem Jahre 1670.
Affaltrach befand sich im 16. Jahrhundert im Besitzt der Johanniter und war eine Kommende des Johanniter Ordens. Auf diese Zeit geht auch die erste Ansiedlung jüdischer Bürger zurück.
Im 19.Jh. stieg die Anzahl im Jahr 1895 auf 190 Personen.
Eine erste Synagoge wurde erwähnt, die sich 1737 im Haus des Lemble Lew in der Unteren Gasse befand. Die jüdische Gemeinde unterhielt außerdem eine Judenherberge für mittellose reisende Juden.
Bei den Novemberpogromen 1938 kam es zu Ausschreitungen gegen Bürger jüdischen Glaubens und Zerstörung ihrer Häuser und der Synagoge.
1988 wurde die Synagoge vom Landkreis Heilbronn wieder errichtet.
Auf der Frauenempore ist die Geschichte des jüdischen Zwangsaltenheims im Schloss Eschenau dokumentiert
Heute ist die Syanagoge ein Museum unter der Trägerschaft des Landkreises Heilbronn, geführt vom Freundeskreis der Synagoge Affaltrach.
Sonntäglich gibt es Führungen, auch auf dem Jd. Friedhof unterhalb des Salzbergs.

 Geschichte der Synagoge
2
3
1 1
2
3
2
2
3
2
1 2
2
2
9
Diesen Autoren gefällt das:
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
6 Kommentare
5.317
Michael Harmsen aus Weinsberg | 28.06.2021 | 17:13  
5.221
Gudrun Schickert aus Künzelsau | 28.06.2021 | 18:46  
2.642
Elke Pfeiffer aus Neckarsulm | 28.06.2021 | 19:57  
4.546
Heide Böllinger aus Bad Friedrichshall | 28.06.2021 | 21:23  
9.141
Sigrid Schlottke aus Bad Rappenau | 30.06.2021 | 11:06  
2.368
Uschi Dugulin aus Neuenstein | 01.07.2021 | 09:48  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.