Jahrgang 1951 - Ausflug 2018 nach Templin

Teilnehmer am Oder-Havel-Kanal
 
Idylle im Spreewald
„Machen wir doch mal einen Ausflug mit Übernachtung“, war der Vorschlag eines Klassenkameraden des Eppinger Jahrgangs 1951 bei der letztjährigen Fahrt an den Bodensee. Die Begeisterung war groß und somit führte der Ausflug 2018 für 3 Tage nach Templin in die Uckermark.
Pünktlich um 5 Uhr begann die Reise in Richtung Berlin mit den meist ausgeschlafenen Teilnehmern. Erstes Etappenziel war der Spreewaldhafen in Lübbenau. In einem vorbestellten Kahn erlebte man sofort den Unterschied einer Autobahnfahrt zu einer Fahrt auf einem ruhigen Gewässer. Man glitt sanft durch die schattigen Kanäle, ähnlich einer bewohnten Lagunenlandschaft, vorbei an alten Bauerngehöften und reetgedeckten Spreewaldhäuschen, die Stille nur von Vogelgezwitscher und zeitweisen Erklärungen des Fährmanns unterbrochen. Die Ruhe in Verbindung mit den optischen Eindrücken war für jeden beeindruckend. Selbst die lauten Stimmen von unterwegs wurden entschleunigt und fast zu einem Blätterrauschen.
Die Fahrt nach Templin zum gleichnamigen Seehotel, einem der größten Fassadenkunstwerke Europas und nach einem reichhaltigen Abendbuffet, ließ man den erlebten Tag in der Lounge bei einem Absacker nochmals passieren.
Die Zeit vor dem Frühstück am nächsten Morgen nutzten einige mit baden im Schwimmbad oder einem Spaziergang zum naheliegenden Lübbesee, wo einige Badende bei angenehmen Wassertemperaturen die oft gelebte Freizügigkeit in der ehemaligen DDR genossen.
Es folgte ein Tag voller Eindrücke. Eine 5-Seen-Rundfahrt mit dem FGS „Uckermark“, gestartet vom Templiner Hafen und eine Busfahrt durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin bis zum Schiffshebewerk Niederfinow, Europas größter Schiff-Fahrstuhl. Das beeindruckende technische Bauwerk und Denkmal, das 1934 fertiggestellt wurde, bewältigt den Höhenunterschied des Oder-Havel-Kanals zur Oder von 36 Metern in nur 5 Minuten. Ein Zusammenspiel von Seilen und Gewichten lassen die Schiffe in einem Wassertrog wie Gondeln durch die Luft schweben. Den Vorgang eines kompletten Hebe- und Senkvorganges auf einem Schiff mit zu erleben war einfach gigantisch.
Es gibt sie noch. Die Pflasterstraßen in den neuen Bundesländern, die auch einen neuen Bus zum klappern bringen, die langen Baumalleen, bei denen man als Autofahrer bei Gegenverkehr öfters rechts ran muss, da stattliche Bäume sehr nahe am Straßenrand stehen und alte, verfallene Häuser und Fabriken, die keiner bisher wieder renoviert hat. Viel Wald und viele Seen die sich in der letzten Eiszeit gebildet hatten.
Ein Zwischenstopp auf der Heimfahrt wurde in Wittenberg gemacht. Hier ist zum Reformationsjubiläum ein besonderes Projekt entstanden: Wittenberg zur Zeit der Reformation. In einem 360°-Panorama Riesenrundbild von Yadegar Asisi wird die Lutherstadt zur Zeit Melanchthons, der beiden Cranachs, Katharina von Boras und Martin Luthers lebendig und Geschichte erlebbar.
Mit dem Empfinden eine Gemeinschaft geworden zu sein, die miteinander lacht und gemeinsam regelmäßig etwas unternimmt erreicht der „Jahrgang mit Pfiff“ wohlbehalten seine Heimatstadt.
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