Kunst+Kultur-Vortrag -Menschliche Begegnung zwischen Werden und Vergehen.

Renoir (Foto: Auguste Renoir | Bild: picture-alliance/dpa)
Eppingen: Kunst- und Begegnungshaus - Adelshofen | Er liebte die Blumen. Er liebte die Frauen. Er liebte das Leben. Der Maler Auguste Renoir.
Während im Jahre 1915 Frankreich im Grauen des Ersten Weltkrieges gefangen ist, lebt Renoir zurückgezogen in seinem Landhaus an der Côte d'Azur. Seine Frau ist vor Kurzem gestorben. Die beiden ältesten Söhne kämpfen an der Front, und der Maler wird von starker Arthritis geplagt. Der unberechenbare Fluss des Lebens spült ihm die junge Andrée vor das Tor seines Anwesens. Sie will für den Meister Modell stehen. Die Schönheit ihres Körpers und ihre Persönlichkeit inspirieren den Maler am Ende seines Lebens zu einer neuen, produktiven Schaffensphase.
Zuerst ist das Aktmodell noch sehr schüchtern. Ob sie sich zwischendurch bewegen dürfe, fragt die 17-Jährige den Maler. "Ja sicher", antwortet der alte Mann hinter der Staffelei, "sonst könnte ich ja Äpfel malen."
Durch die großen Fenster des Ateliers fällt das weiche Sonnenlicht südfranzösischer Nachmittage auf ihre samtige Haut. Der 76 Jahre alte Renoir sitzt im Rollstuhl, der Pinsel ist an seinen von Arthritis gekrümmten Fingern festgebunden. Deutlicher könnte der Gegensatz zwischen Werden und Vergehen nicht sein. Aber ihm gefällt das rotblonde Mädchen. Andrée, genannt Dede, wird zu seiner letzten Muse.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.