Kunst und Kirche- Hieronymus Bosch und die Lust an der Darstellung menschlicher Abgründe. Vortrag von Jürgen Föller.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Heuwagen#/media/...(c.1516,_Prado).jpg (Foto: H.Bosch)
Eppingen: Kunst- und Begegnungshaus - Adelshofen | Lust und Schrecken, Versuchung und Höllenqualen, Glaube und Aberglaube – kein Künstler malte die menschlichen Sehnsüchte, Abgründe und Ängste so anschaulich, aber gleichzeitig auch so rätselhaft und mystisch wie Hieronymus Bosch.
Er lebte in der Übergangszeit zwischen Mittelalter und Neuzeit und hatte ein feines Gespür für die Lockerung religiöser Bindungen und die Verschiebung hin zum irdischen Dasein. In seinen Bildern mischen sich zum ersten Mal phantasievolle Heiligengeschichten und weltlicher Alltag. Seine Bilder erzählen Geschichten zwischen Versuchung und Beharren im Glauben, zwischen irdischer Lust und himmlischen Verheißungen. Da verwandeln sich Engel im Flug in fliegende Echsen, Menschen haben Dämonenköpfe. Der Teufel nimmt vielfältige Gestalten an.
Bosch liebt die Darstellung menschlicher Derbheiten, Abgründe und Verwerfungen. Als könnte man diese Bilder hören? Ja gewiss. Es ist nicht zu überhören, dieses Johlen und Grölen. Dieses Stöhnen des Schmerzes und der Lust, der Wut und der Wonne. Dieses Kotzen und Pissen, dieses Heulen und Zähneklappern.
Den Surrealisten und Dadaisten des Zwanzigsten Jahrhunderts erschien er als Zeitgenosse. Und es scheint als hätten seine Bilder bis in unsere Tage gleichbleibende Aktualität.
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