Klaus Rupp leitete Winterschnittkurs in Osterburken in Anwesenheit von Minister Peter Hauk

Winterschnittkurs in Osterburken, Bildmitte Klaus Rupp
Nachdem coronabedingt zwei Jahre keine Kurse beim OGV stattfanden, hat man sich nun auf dem Obstbaumgrundstück von Mitglied Gerhard Köpfle zu einem Schnittkurs getroffen.

Hierzu begrüßte Vorsitzender Alfred Bloos nahezu 50 Teilnehmer, darunter auch eine stattliche Anzahl interessierter Frauen, die hiermit zum Ausdruck brachten, dass der Baumschnitt nicht nur Männersache ist.

Besonders begrüßte er den Fachreferenten Klaus Rupp vom OGV Eppingen-Rohrbach sowie Bürgermeister Jürgen Galm, den Ortsvorsteher Jürgen Breitinger aus Schlierstadt und den Baden-Württembergischen Minister für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk.

Bevor Rupp auf das Thema „Schneiden“ kam, ging er auf die seit ein paar Jahren auftretende Pilzkrankheit „Schwarzer Rindenbrand“ ein und zeigte ein befallenes Aststück. Durch den Klimawandel, mit der auftretenden Hitze und Trockenheit ist dieser entstanden. Nur bei kleinem Pilzbefall, so Rupp, ist das Ausschneiden aussichtsreich. Sollten größere Bereiche betroffen sein und um eine Ansteckung anderer Bäume zu vermeiden, ist der Baum zu roden und das gesamte Schnittgut, nach Absprache mit dem Ordnungsamt der Gemeinde, zu verbrennen. Verwendetes Schnittwerkzeug sollte grundsätzlich desinfiziert werden. Hierzu eigne sich Maschinen-Sagrotan, aber auch Schnaps-Vorlauf. Bei Mäharbeiten sei besondere Vorsicht geboten, um Verletzungen im Stammbereich zu vermeiden. Junge Bäume sollten bei Trockenheit regelmäßig gegossen werden.

An einem in 2018 von Rupp veredelten Apfelbaum wusste er sehr viel Wissenswertes zu berichten. So wurden der richtige Schnittzeitpunkt und deren Schnittmuster sowie die Wachstumsgesetze erläutert.

Bei Bäumen auf starkwüchsigen Wurzelunterlagen sollten neben dem Stamm und der Stammverlängerung noch 3 bis 4 Leit-Äste das Leitast-Gerüst für die Zukunft ergeben. Diese Grundregeln sind zu beachten, um durch geeigneten Schnitt und Herunter- oder Hochbinden von Ästen die richtige Form und Saftwaage zu erzielen.
Einen Baum im Baum (wie früher oft praktiziert) sollte man tunlichst vermeiden. Nur wenn genügend Licht, Luft und Sonne in den Baum kommt, gedeiht dieser richtig und bringt die gewünschten Früchte. Auch sollte der Baum nach Regen schnell abtrocknen können.
In seinen Ausführungen gab er auch sehr viele Details zum Besten. So auch „Senkrecht wächst“, “Waagrecht trägt Früchte“, “nach unten bedeutet stirbt bald ab“.
Jeder gemachte Schnitt an einem Baum erzeugt eine Reaktion. Auch die Varianten des Schnittzeitpunktes hat Regeln wie Winterschnitt (November, Dezember, Januar), „starker Austrieb“, Frühjahrsschnitt ab Anfang März „geringerer Austrieb“ und später Sommerschnitt “wenig Austrieb“.
Um die sogenannten Wasserschosser zu vermeiden, die ohnehin fast alle entfernt werden müssen, sollte man Ende Mai, Anfang Juni den „Juni-Riss“ vornehmen.
In dieser Zeit kann man mühelos diese Schosse mitsamt den Adventivknospen entfernen, was bewirkt, dass ein Nachwachsen an dieser Stelle nicht mehr stattfindet.
Größere Wunden, die durch Windbruch oder Abreißen eines Astes entstanden sind, sind nach vorherigem Glattsägen mittels angerührter Wasser-Lehmmischung zu bestreichen, was das kostengünstigste Mittel ist.

Festgehalten wurde, dass ohne Pflege und fachgerechten Eingriff den landschaftsprägenden Streuobstbäumen keine gute Zukunft beschieden ist.
Eine Vergreisung der Bäume ist langfristig nicht ökologisch.

Bloos bedankte sich bei Klaus Rupp, der es wiederum verstand, die überaus interessanten und fachlichen Ausführungen zielgerichtet an die Teilnehmer zu übermitteln.
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