Kopulationstage in Rohrbach ein voller Erfolg

die veredelten Obstbäumchen
Sichtlich bewegt blickt OGV-Vorstandsmitglied Jürgen Stickel in der großräumigen ehemaligen Zimmermannswerkstatt auf 175 neue Apfel- und Birnbäume. Stickel hatte die vortreffliche Idee, für die Gartenschau in Eppingen nach Vorbestellung seltene alte Apfel- und Birnenbäume anzufertigen. Mit seinen beiden Fachwarten für Obst und Garten, den Altmeistern der Obstbaumveredelung, Josef Kuhmann und Klaus Rupp machte er sich an die Königsdisziplin des Gärtnerns. Auch die beiden Vorsitzenden des OGV Eppingen, Werner Großhans und Rudolf Mayer-Ullmann sowie Matthew Bogdan, Angelika Braun, Walter Fischer sowie Bettina Pacius-Kistler vom OGV Rohrbach und die beiden Streuobstwiesen-besitzer Lukas und Magnus Markheiser aus Hilsbach unterstützten die Aktion. Weiterhin hatten sich einige Obstbaumfreunde aus umliegenden Orten eingefunden, um das Veredeln zu erlernen. Eine negative Entwicklung auch in unserer Region ist der stetige Rückgang alter bewährter Obstsorten. Somit dienen die Aktivitäten auch dem Erhalt regionaler Apfelsorten wie dem „Schöner von Berwangen“ und der „Zabergäurenette“ sowie dem Erhalt des Genpools.
Bei einer Baumschule in Norddeutschland wurden die benötigten Sämlings- und schwachwachsenden Wurzelunterlagen gekauft. Als Veredelungspartner standen die Ende Dezember geschnittenen Edel-Sortenreiser, die in einem Sandstein-Kellergewölbe gelagert waren, bereit. Als Veredelungsvariante zur Vereinigung der beiden Geschlechtspartner wurde die Kopulation mit Gegenzunge gewählt. Hierbei wird nach dem Kopulationsschnitt durch den Gegenzungenschnitt die Wachstumsfläche erhöht und ein stabiler Sitz der Partner erreicht. Mit einem dehnbaren Gummiband und einer hauchdünnen Folie wurde nun die Verbindungsstelle befestigt und geschützt. Anschließend wurden die veredelten Bäumchen in Töpfe mit Mutterboden und torffreiem Pflanzensubstrat eingepflanzt. Selbstverständlich wurde jeder Pflanztopf mit Angabe der Wurzelunterlage und der Edelsorte versehen. Zwischenzeitlich sind zwei Wochen vergangen und die meisten Knospen haben bereits ihre grünen Augen geöffnet und lechzen nach der Eröffnung der Gartenschau und ihren neuen Baumbesitzern.
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