Winterschnittkurs: „Jeder Seitenast muss in der Sonne baden können“

rechts Obstbaumeister Peter Burger
Innerhalb der letzten 50 Jahre hat sich in Baden-Württemberg die Anzahl der Obstbäume fast halbiert. Aber es gibt auch Stücklesbesitzer wie die Familie von Schreinermeister Hermann Maier, die innerhalb des Ortsbereichs von Rohrbach ihre Obstwiese erhalten und pflegen und hierdurch einen wertvollen Beitrag für die grüne Infrastruktur des Dorfes leisten. Seit der Vereinsgründung im Jahre 1919 führt der OGV Rohrbach jährlich Schnittkurse durch, um das wertvolle Wissen um die Obstgehölzepflege weiterzugeben. Zwischen der ehemaligen Werkstatt von Hermann Maier und dem Rohrbacher Friedhof befindet sich ein grünes Kleinod. Zu seinen Besonderheiten gehören ein Manga-Super-Apfelbaum (größte Apfelsorte der Welt) und die Toronto-Birnenquitte. Bei guten Witterungsbedingungen fanden sich dort 20 Obstbaufreunde ein, um von Obstbaumeister Peter Burger vom Julius-Kuhn-Institut in Dossenheim den Winterschnitt unter Berücksichtigung der diesjährigen Rekordernte und Trockenheit zu erlernen sowie ihre Erkenntnisse zu vertiefen. Die diesjährige Trockenheit hatte auf den Baumbestand keine Auswirkungen, befinden sich doch auf dem Grundstück mehrere unterirdische Quellen, deren Wasser in den nördlich verlaufenden Bach Rohrbach fließt. Burger empfahl nach der diesjährigen Rekordernte nur mäßig zu schneiden und nur gezielte Eingriffe in die Baumkrone zu tätigen. Hauptziel sei eine offene, produktive Baumkrone, die in allen Teilen gleichmäßig wächst. Feines Holz sollte unbedingt geschont werden, es sollten nur überbauende Äste entnommen werden, so dass jeder Seitenast in der Sonne baden kann. Bei einer Schnittpause durften sich die Teilnehmer in der beheizten Werkstatt an von Bettina Pacius-Kistler, Hilde Masur, Josef Kuhmann und Torsten Veith bereitgestellten heißen Würsten, Kaffee und Glühwein stärken und ihre Obstbaukenntnisse austauschen. Die weiteste Anreise hatte der Vorsitzende des OGV Osterburken, Alfred Bloos, der sich von der informativen Veranstaltung sehr angetan zeigte.
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