Infoveranstaltung zum Thema Immobilienbewertung

Wer beabsichtigt, sein Haus zu verkaufen, benötigt zuerst einmal ein Wertgutachten. Es kann allerdings auch steuerliche Gründe geben oder ein geplanter Hauskauf sein, der die Erstellung eines Wertgutachtens erfordern.

Welcher Gutachter erstellt diese Wertgutachten?

Ein anerkanntes Verkehrswertgutachten darf nicht von jedem beliebigen Gutachter erstellt werden. Unter ihnen gibt es drei Kategorien:

1. Der freie Gutachter erstellt Bewertungen für den Ankauf oder Verkauf von Immobilien. Diese Bewertungen sind in gerichtlichen Verfahren allerdings nicht verwendbar und haben keinen Bezug zum Langgutachten.

2. Der öffentlich bestellte/vereidigte Gutachter hat seine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer erfolgreich abgelegt, sein Titel ist geschützt. Ein öffentlich vereidigter Gutachter erstellt rechtlich anerkannte Verkehrswertgutachten.

3. Der staatlich anerkannte Gutachter steht unter Aufsicht der Landesbehörden und erstellt auf deren Anordnung Gutachten.

Es gibt zwei Arten von Gutachten:

Generell stellen beide den Wert eines Grundstücks, eines Hauses oder einer Eigentumswohnung dar. Es gibt eine kurze Bewertung, die meist kostenlos ist und das detaillierte Gutachten. Dieses schlägt zwar mit höheren Kosten zu Buche, erteilt dafür genaue und ausholende Informationen.

Das Kurzgutachten:

Dieses genügt für den Verkauf einer Immobilie und zählt als Marktpreiseinschätzung. Ein Kurzgutachten kann der Makler kurzfristig erstellen, dafür nimmt er die Situation der Bebauung, die Erschließung des Gebiets sowie dessen Lage in Augenschein. Die gesamte Bewertung umfasst maximal drei Seiten. Dieses Kurzgutachten erleichtert dem Hausverkäufer die ideale Preisfindung, wird allerdings bei Gerichtsverfahren nicht hinzugezogen.

Das Langgutachten:

Vor Gericht gilt ausschließlich die ausführliche Immobilienbewertung mit circa 30 Seiten. Ein derartiges Verkehrswertgutachten wird in Erbschaftsfällen oder bei Scheidungsverfahren verlangt. Wenn der Wert einer Immobilie beim Finanzamt angegeben werden muss, wird dieses Langgutachten verlangt. Der Immobilienmakler hilft bei der Suche nach einem kompetenten Bausachverständigen oder erarbeitet die Immobilienwertermittlung möglicherweise selbst.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für eine genaue Hausbewertung seitens des Baugutachters sind folgende Unterlagen bereitzustellen:

  • Aktueller Grundbuchauszug
  • Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
  • Auszug aus der Flurkarte (ALK)
  • Die Wohn- und Nutzflächenberechnung
  • Sämtliche Bauzeichnungen
  • Belege über sämtliche Modernisierungsarbeiten.

Was kostet die Immobilienbewertung normalerweise?

Um den Kostenpunkt zu ermitteln, sind die Immobilienart und der geschätzte Verkehrswert des Objekts maßgeblich. Ebenfalls kalkuliert der Immobiliengutachter bei der Kostenermittlung den Schwierigkeitsgrad des gewünschten Gutachtens ein. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und die Marge der Bundesverband Sachverständiger (B.V.S) gleichen sich annähernd und liegen bei 1.500 bis 2.800 Euro. Dabei sind Kurzgutachten wesentlich billiger als Verkehrswertgutachten.

Zur Ermittlung des Verkaufspreises einer Immobilie ist es lohnenswert, über ein unentgeltliches Kurzgutachten nachzudenken. Sogar bei eventuellen 100 Euro Gebühren ist es immerhin eine erschwingliche Entscheidung, im Vergleich zum Langgutachten. Makler, die parallel mit dem Verkauf beauftragt werden, ermitteln den Wert der Immobilie sicher kostenlos. Seit Mitte August 2009 ist das Honorar für den Sachverständigen zur Erstellung eines Langgutachtens Verhandlungssache.

Ein Preisvergleich ist auf jeden Fall empfehlenswert, da die Gutachterkosten sehr verschieden sein können. Auf diese Weise wird die Immobilie fachgerecht geschätzt und die Kosten werden gesenkt.
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