Auch Adlige hatten's schwer

Das alte Schul- und Rathaus von Zaberfeld, 1840 erbaut.
Sechzehn Teilnehmer nahmen am Juni-Online-Stammtisch des Zabergäuvereins teil, bei dem Heidrun Lichner über Schulgeschichten aus dem oberen Zabergäu aus drei Jahrhunderten referierte.
Die Erfahrungen, die der junge Adlige Hans Walter von Sternenfels, Sohn des Erbauers des Zaberfelder Schlosses, über viele leidvolle Jahre machen musste, waren fast unvorstellbar schlimm. So schlimm, dass er schon als Kind ein Gelübde ablegte, dass er später seinen Kindern niemals eine Erziehung zumuten würde wie die, die er und seine Geschwister erleiden mussten.
In einem Pestjahr um 1600 von den Eltern in der Obhut oft tyrannischer, unmenschlicher Präzeptoren in Zaberfeld zurückgelassen – sie selbst zogen nach Unterriexingen, um der Pest zu entgehen – durchlitten Hans Walter und seine Geschwister Schuljahre heftigster körperlicher wie seelischer Misshandlungen häufig wechselnder Lehrer, darunter ein „Wüterich“, wie er später in seiner Biographie schrieb. Erst spät erfuhren die Eltern durch einen Söldner und Jäger von den Misshandlungen.
Weitere Themen waren die schulische Situation in Michelbach, Leonbronn und Ochsenburg, die Besoldung der Lehrer sowie besonders krasse Fälle der Prügelstrafe.
Erzählungen aus der eigenen Schulzeit rundeten den unterhaltsamen Abend ab.
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