Auswanderung nach Brasilien

Mit freien Überfahrten wurden Auswanderer nach Brasilien gelockt. (Foto: Foto: Lothar Wieser)
Güglingen: Gasthaus Weinsteige | Beim Stammtisch des Zabergäuvereins in der „Weinsteige“ Güglingen zogen die beiden Experten Dr. Lothar Wiese und Alois Riffel von der „Badisch- Südbrasilianischen Gesellschaft“ ihre Zuhörer in den Bann. Wie nach Nordamerika wanderten im 18. und 19. Jahrhundert auch Menschen aus Baden und der Grenzregion, nämlich aus dem Zabergäu, nach Südbrasilien aus. Die große Armut ließ nicht selten den Entschluss reifen, auf das Staatsbürgerrecht des Mutterlandes zu verzichten und als Staatenloser sein Glück in Brasilien zu suchen. Große Probleme bereitete die Sprache, Portugiesisch. Die Neuankömmlinge mussten mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen. Oft genug wurde die Urbevölkerung gewaltsam vertrieben. Doch bald reduzierte sich gegenüber dem Herkunftsland die Kindersterblichkeit. Zwar fehlten viele Dinge, doch im Vergleich zum Herkunftsland verhungerten weniger Menschen. Bald wurden in den Dörfern Kirchen und Schulen gebaut, Vereine etablierten sich. Verständigung in deutscher Sprache oder genauer gesagt in badischem Dialekt wurde gepflegt. Die Einwanderer haben zu einem fortschrittlichen Industriegebiet beigetragen. 1938/39 wurde die deutsche Sprache eingeschränkt, 1942 ganz verboten. In den letzten Jahrzehnten wird jedoch das Deutschtum wieder gepflegt. sz
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