Keine Schnapsidee

Destillen aus verschiedener Zeit
Oft sind es merkwürdige Wege, die zum Erfolg führen, wie man beim Online-Stammtisch des Zabergäuvereins im April Kurt Sartorius‘ unterhaltsamem Vortrag entnehmen konnte.
Mit vielen Bildern referierte der Bönnigheimer Heimatforscher über die Entwicklung des Schnapsmuseum im 1296 erbauten Steinhaus.
Als der Schnapsbrenner Alfred Krebs 1977 seinen Betrieb einstellt, sieht Sartorius beim Ausräumen einen Schrank von 1797 - genau richtig für das Museum der 1977 gegründeten Historischen Gesellschaft. Die Brennerei soll vom Zollamt verschrottet werden. Doch auch dafür hat Sartorius Verwendung. Die Destille wird zum Grundstock des Schnapsmuseums, auch wenn damals noch niemand daran denkt.
1985 empfiehlt das Landesmuseum, eine spezielle Abteilung zu eröffnen. Die Gründung eines Schnapsmuseums wird beschlossen und zur Feier „700 Jahre Stadtrecht Bönnigheim“ 1993 wird es eröffnet.
Mittlerweile beherbergt das Museum neben 108 Brennereien auch Nachgeburtstöpfe, die Besucher von weither anlocken.
„Das Haus ist das materielle Gedächtnis der Stadt Bönnigheim.“ Ein Ort, der auch die Geschichte der jüdischen Familie Landau zeigt, die ihr Unternehmen verkaufen musste. Nachfolger wurde die Brennerei Hammer. „Deutsche Geschichte kann man auch mit Schnapsflaschen zeigen“, sagt er augenzwinkernd.
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