Ruggerichts- und Kirchenkonventsprotokolle

„Nirgendwo lässt sich das Leben so erforschen wie in Kirchenprotokollen“, so das Fazit von Kurt Sartorius am Ende des ersten Stammtisches des Zabergäuvereins in diesem Jahr. Spannende, interessante, amüsante, auch befremdliche Begebenheiten hatte Heimatforscherin Heidrun Lichner aus den Handschriften im Leonbronner Archiv aufgearbeitet und vermittelte den knapp 20 Teilnehmern der Online-Veranstaltung einen Einblick in die unterschiedlichsten Lebensbereiche zwischen 1756 und dem 19. Jahrhundert, festgehalten in den Kirchenkonvents- und Ruggerichtsprotokollen.
Reglementiert, diskutiert, kommentiert und aufgeschrieben wurden fast alle Bereiche des öffentlichen und zwischenmenschlichen Lebens, ob es sich um das Kirchengebäude oder den Gottesdienst handelte, um säumige Gottesdienstbesucher oder Visitationsberichte über Lehrer und Schüler, Probleme mit der Kirchenorgel, das Verdingen von Kindern, Ehestreitigkeiten oder uneheliche Schwangerschaften.
Die Bezahlung von Lehrern, das Läuten der Glocken beim Tod von Kaiser Franz I., unerträglicher Leichengeruch nicht verwester Körper auf dem Friedhof – die Kirchenbücher vermitteln detaillierte Einblicke in das Leben von einst, wenn man sich wie Heidrun Lichner die Mühe macht, alte Handschriften in umständlichem Amtsdeutsch zu entziffern.
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