Stammtisch über die Reformation im Zabergäuverein in Güglingen

Freskenausschnitt Ochsenbacher Kirche vorreformatorisch mit kleinen Abwandlungen (Foto: Bild: Paul Schmid)
Schwieriger Beginn der Reformation
Beim Stammtisch des Zabergäuvereins im Gasthaus Weinsteige in Güglingen stellte Paul Schmid, gebürtig aus Ochsenbach, nochmals ein Reformationsthema vor: „Der holprige Übergang vom Katholizismus zum Protestantismus am Beispiel des Kirbachtals“.
In Ochsenbach wurde 1534 als erster evangelischer Pfarrer Hans Fester eingesetzt. Gab es bei den Katholiken Richtlinien durch Konzile, so fehlten im evangelischen Bereich anfangs weitgehend Vorgaben, hinzu kam das Spannungsfeld zwischen Luther und Zwingli. Eberhard Schnepf aus Heilbronn war hier Reformator und visitierte die Ämter. Ob die neue Lehre auf fruchtbaren Boden fiel, war weitgehend von der Obrigkeit abhängig. Als in Häfnerhaslach der Kaplan der neuen Lehre nicht zustimmte, musste er gehen. Kaplan Lutz aus Hohenhaslach suchte die Hilfe des Maulbronner Abtes und durfte als Katholik weiter im Ort wohnen. Gegen den unbeliebten Pfarrer Fester, der radikale Schritte vollziehen wollte, leiteten der Schulheiß von Ochsenbach und der Vogt von Güglingen ein Strafverfahren ein. Schließlich mussten Fester und sein Unterstützer Schneider Karch 14 Tage ins Gefängnis und danach das Land verlassen. Wiederholte Pfarrerwechsel wegen geringer Besoldung bei hoher Belastung sind in den Folgejahren dokumentiert. sz
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