Ausbildungsinitiative für Schwimmanfänger – bestimmendes Thema bei der Jahreshauptversammlung der DLRG Ortsgruppe Gundelsheim

Pünktlich um 19:30 Uhr konnte der 1. Vorsitzende Jürgen Brandl am vergangenen Samstag, den 26. Juni 2021, die erste ordnungsgemäße Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe seit Pandemiebeginn eröffnen. Die Gunst der Stunde nutzend, konnte die Veranstaltung bei angenehmem Wetter im Freien abgehalten werden.
Besondere Freude herrschte über den Besuch des Ortsgruppenmitgliedes Josip Juratovic, der es sich trotz Wahlkampf, nicht nehmen ließ, seine Heimatortsgruppe zu besuchen und sich einen Eindruck zu verschaffen.
Aus den Berichten ging schnell hervor, dass ausgefallene Kurse, Hallenbadschließungen und eine übergroße Nachfrage nach Kursangeboten die Ortsgruppe auch noch in den nächsten Jahren stark fordern werden.
Dass die Ortsgruppe zumindest finanziell die Krise meistern konnte, legte der Leiter für Wirtschaft und Finanzen in seinem geprüften Kassenbericht dar, da Corona bedingt vorgesehene Mittel eben nicht wie geplant in die Ausbildung fließen konnten und so die Mindereinnahmen kompensiert werden konnten.
Anders sieht es bei den Qualifikationen bei den aktiven Helfern aus – konnte hier im letzten Jahr, trotz aller Beschränkungen, noch ein Rettungsschwimmkurs erfolgreich durchgeführt werden, fehlen vielen Helfern noch Grundlehrgänge und Auffrischungen in erster Hilfe und Sanitätskursen, um diese errungenen Qualifikationen auch dokumentieren lassen zu können. Die Auswirkungen sind fatal.
Können die Lücken im örtlichen Freibad beim Wachdienst gerade noch geschlossen werden, fehlen an den deutschen Küsten Rettungsschwimmer, so dass hier zahlreiche bewachte Strände verwaist sind. Hier erfolgte der Appell des Vorsitzenden, zu prüfen, ob nicht noch jemand Zeit hätte, die Kameraden an der Küste zumindest wochenweise zu unterstützen.
Die größte Aufgabe der Ortsgruppe ist für absehbare Zeit jedoch die Schwimmausbildung. Bäderschließungen, fehlender Schwimmunterricht im Schulsport in Kombination mit Corona potenzierten die Zahl an Nichtschwimmern; so wurden alleine im letzten Jahr 40.000 Kinder weniger im Schwimmen ausgebildet – mit nachweisbaren Folgen. Grund genug für die Gundelsheimer, als eine der Ersten, die Ausbildungsoffensive des Bundesverbandes zu unterstützen. So finden bereits seit dem 25. Juni die ersten „Express Schwimmkurse“ im Gundelsheimer Freibad statt, weitere folgen, so dass das Ziel, in Kombination mit dem Aufbautraining, 60 sichere Schwimmer in die Sommerferien zu entlassen, erreicht werden soll. Hier gilt der Dank der Gruppe auch der Stadt Gundelsheim und Frau BM Schokatz für die fabelhafte Unterstützung. Doch all dies wird nicht reichen – waren die Wartelisten schon vor Corona lang, explodierten nun die Nachfragen. Geschlossene Hallenbäder in Oedheim und Haßmersheim taten ihr Übriges. Zwischen 30 und 70 Mails täglich mussten beantwortet, Anmeldungen entgegen, Änderungen mitgeteilt und Auskünfte erteilt werden.
Hier galt der Dank der Mannschaft Celine Wuttke, die neben ihrem Studium, diese Aufgaben nahezu in Vollzeit erfüllte, allerdings wurde auch deutlich, dass die derzeitige Ausbildungssituation, neue Lösungen, spätestens bis zum Schulbeginn nach den Ferien fordert. Hier hoffen die Gundelsheimer händeringend auf die Wiederinbetriebnahme des Hallenbades in Haßmersheim, ohne das sich keine
Entschärfung des Problems abzeichnen wird.
Im Bewusstsein dieser prekären Probleme, die es zu lösen gibt, zeichnet sich jedoch ein weiteres, ungewöhnliches in der Altersstruktur ab. Während viele Vereine über Nachwuchsprobleme berichten, steigt der Anteil der Jugend innerhalb der Ortsgruppe auf zwischenzeitlich 80 Prozent.
Was sich positiv liest, ist jedoch auch ein Problem. Über 200 Kinder und Jugendliche wollen ausgebildet und beschäftigt werden, eine Aufgabe für die Aktiven, die neben eigener Fortbildung, Abhaltung von Schwimmkursen, Freibaddiensten und mit 15-20 Melderalarmierungen pro Jahr immer schwerer fällt.
Hier werden Lösungen gesucht, in denen auch Eltern mit eingebunden werden können und neue Mitglieder, die sich entweder für Breitensport, Rettungsdienst aber auch für das „Backoffice“ interessieren.
Ein erster Schritt wird jedoch die Schaffung einer BFD Stelle sein, die ab September vakant ist.
Ausgestattet mit Dienst-PKW, Vergütung und Urlaubsanspruch können sich hier Schulabsolventen bis zu einem Jahr einbringen und sozial engagiert über ihren weiteren beruflichen Werdegang nachdenken.
Mit diesem Hintergrund und dieser Aufgabenstellung konnten abschließend die Neuwahlen durchgeführt werden. Der anwesende Technische Leiter Ausbildung des Bezirks, Ingo Krämer, und der Vorsitzende des Bezirkes Peter Bartsch, leiteten die Wahl des 1. Vorsitzenden, bei der Jürgen Brandl einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde, bevor dieser die Leitung der weiteren Wahl übernahm.
Hierbei wurde die Ämter teilweise neu verteilt, um die kommenden Aufgaben effizient lösen zu können. Gewählt wurden ebenfalls einstimmig ohne Enthaltungen:
Celine Wuttke – Stellv. Vorsitzende (bisher Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit) mit dem Hauptaufgabengebiet Schwimmausbildung
Sandra Carabetta – Technische Leiterin (bisher stellvertretende Vorsitzende) mit den Aufgabengebieten: Rettungsdienst und Katstrophenschutz, Ausbildung der aktiven Mitglieder, Wachdienst und Bundesfreiwilligendienst
Andreas Bergner – Leiter Wirtschaft und Finanzen (keine Änderung)
Johannes Schwaab – Leiter Öffentlichkeitsarbeit (bisher Stellvertreter)
Kerstin Dick-Holder – Schriftführerin (keine Änderung)
Swen Holder – Beisitzer (bisher Technischer Leiter) mit dem Aufgabengebiet Instandhaltung
Heike Mistl – Beisitzerin (keine Änderung)
Thorsten Neumann – Kassenrevisor (keine Änderung)
Helen Moos – Jugendleiterin (durch die Jugendjahreshauptversammlung gewählt)
Lisa Zimmermann – Stellv. Jugendleiterin (durch die Jugendjahreshauptversammlung gewählt)
Delegierte: Sandra Carabetta, Andreas Bergner, Helen Moos
Ersatzdelegierte: Lisa Zimmermann, Susanne Duschek, Johannes Schwaab
Bevor der Vorsitzende mit Ausblicken für das laufende Jahr den offiziellen Teil beschließen konnte, freuten sich alle Teilnehmenden über die anerkennenden Worte unseres MdB und Vereinskameraden Josip Juratovic, dem alle für den anstehenden Wahlkampf alles Gute wünschen.
Ein besonderes Highlight dieses Jahres wird aber auch der Besuch Kroatiens sein, bei dem neben den üblichen Lehrgängen und Übungen an der Küste auch der Besuch von Vertretern des kroatischen Katstrophenschutzes und Feuerwehr ansteht.
In bester Stimmung konnte gegen 20:30 Uhr der offizielle Teil der Sitzung beendet werden.
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