Boeuf de Hohenlohe

Heilbronn: DGB-Haus | Die wachsenden Großstädte des Mittelalters konnten sich nur über umfangreiche Rinder- und Schafherden mit ausreichend Fleisch versorgen. So hat die ungarische Viehzucht lange Zeit nicht nur Norditalien, sondern auch süddeutsche Großstädte und auch das 2000 km entfernte Paris mit Mastochsen versorgt. Ihr Niedergang eröffnete den Hohenloher Bauern im 18. und 19. Jh. die Chance, ihre Ochsen bis an den französischen Hof zu verkaufen. Der Kupferzeller Bauernpfarrer Johann Friedrich Mayer (1719-1798) gab den Bauern Ratschläge, wie sie junge Ochsen aus ärmeren Gebieten in großer Zahl mästen konnten: durch die Stallhaltung der Masttiere, ihre Fütterung mit Klee, der auf dem Brachland angebaut wurde, und eine verbesserte Zucht. Im 19. Jh. hat sich in Paris der Qualitätsbegriff "Boeuf de Hohenlohe" gebildet, der heute als Hohenloher Qualitätsfleischmarke eine Renaissance erfährt.
Dieser erste Exporterfolg Hohenlohes erstreckte sich etwa ab 1750 bis in die Zeit nach dem 1. Weltkrieg. In den sogenannten "Pfarrer-Mayer-Häusern" hat sich der erlangte Reichtum sichtbar niedergeschlagen. Man kann diesen Typ des Hohenloher Bauernhauses ("Der Stall wärmet die Stube") in nahezu allen Dörfern und Weilern finden.
Der Hohenloher Heimatkundler Heiner Werner aus Vellberg ist dieser Geschichte nachgegangen.
Er hat in den vergangenen Jahren im Auftrag der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall recherchiert, was man in Frankreich mit dem Begriff „Boeuf de Hohenlohe“ für hochwertiges Rindfleisch aus unserer Gegend noch anzufangen weiß. Er hat die Gegend entlang der Route der Ochsenzüge bereist und ist dabei ungewollt auf die wechselvolle Geschichte des Schlachthauswesens in Straßburg, Nancy, Metz und Paris gestoßen. Durch Kontaktleute aus der Pariser Fleischbranche ist er auch auf seltene Bücher und Illustrationen aufmerksam geworden, die den Vortrag ergänzen.
Im Jahr 2011 hat Werner den Agrarkulturpreis der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall erhalten.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, den 8. März um 19.30 Uhr im DGB-Haus Heilbronn, Gartenstraße 64
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