Ein Bild für eine Schule

Ungewöhnliche, aber wunderschöne Klänge waren letzte Woche an der Luise-Bronner-Realschule zu hören: der Kantor der liberalen jüdischen Gemeinde München, Nikola David, bereicherte mit seinen Liedern die feierliche Bildübergabe des von Marlis Glasers geschaffenen Portraits von Luise Bronner. Im Rahmen einer kleinen Feier zum zehnjährigen Bestehen der Schule wurde der Namensgeberin gedacht und das Portrait in Anwesenheit der Künstlerin und des Stifters, Veit Feger, an die Schule übergeben.
Obwohl Luise Bronner vor den Nationalsozialisten fliehen musste und ihre Eltern im NS-Reich ermordet wurden, nahm Luise Bronner wieder Kontakt zu Heilbronn auf und stiftete später sogar ihrer Heimatstadt Geld für schulische Zwecke.
Zu den Ehrengästen der Feier gehörte auch die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Heilbronn, Avital Toren, und Herr Pfarrer Spengler, der für die Schule den Kontakt zur Künstlerin hergestellt hatte.
Nach der Enthüllung durch Rektorin Carolin Jesser beschrieb die in Attenweiler bei Biberach lebende Künstlerin Marlis Glaser ihr Bild:
„Das Bild zu Luise Bronner wurde gemalt nach einem Foto, welches vor Jahrzehnten von ihr bei einem Vortrag in Heilbronn aufgenommen wurde. Das von mir gewählte Rot in diesem Portrait symbolisiert Bronners Energie und Vitalität bis ins hohe Alter. Luise Bronners Gesicht ist an zwei Seiten umgeben von Symbolen und Texten mit Daten ihrer Geschichte und der ihrer Vorfahren. Dann oben auf dem Portrait der Titel ihres für mich wichtigsten Gedichts 'May I never forget…' In diesem Gedicht beschreibt Luise Bronner ihre Empfindungen über den Tod der Eltern.“
In der Danksagung an die Malerin und den Stifter betonte Viola Widmaier, die durch die Veranstaltung führte, dass es sich für die Schulgemeinschaft um eine große Ehre handele, nach Luise Bronner benannt worden zu sein. Die Schule teile die Werte von Luise Bronner und werde sie – auch mithilfe des Portraits – folgenden Schülergenerationen weitergeben.
Bevor das Bild seinen würdigen Platz im Foyer der Schule fand, erfreuten sich die Besucher an den von Schülern nach israelischen Rezepten gebackenen Spezialitäten.
Die US-Firma Dr. Bronner’s, die von Luise Bronners Bruder Emil gegründet wurde und seit einiger Zeit mit der Schule kooperiert, überraschte jeden Gast mit einem Stück Bio-Seife, liebevoll dekoriert und mit einem Gedicht von Luise-Bronner versehen. Eine besondere Erinnerung an eine denkwürdige Feier.
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