Große und kleine Aussichten mit dem Schwäbischen Albverein Möckmühl

Vom Bahnhof ging es gleich hinüber in die Altstadt, an der Stadtmauer vorbei in Richtung Hexenturm.
 
Diese weibliche Gartenkreuzspinne hat die Mitwanderer Gaby und Erich von den Ausführungen des Wanderführers abgelenkt.
Wie bereits letzte Woche angekündigt, haben d' Gaby un de Erich an einer weiteren Lesersommer Wanderung teilgenommen.
Die Ortsgruppe Möckmühl des Schwäbischen Albvereins besteht laut den Ausführungen des Vorstands, Siegbert Genzwürker, aus noch etwa 100 Mitgliedern. Er selbst ist bereits seit 42 Jahren Vorstand dieser Ortsgruppe. Dies lässt auf viel Engagement und Tradition schließen.
Es scheint nur, dass es auch hier große Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs gibt. Umso mehr ist anzuerkennen, dass die Senioren eine solch große Veranstaltung so problemlos organisiert haben. 
Zwar war das Wandertempo der teilweisen Ungeübtheit der Teilnehmer und dem Alter der Veranstalter geschuldet und eher ein Spaziergang der überwiegend auf Asphalt und, nach der langen Trockenheit, staubigen Feldwegen stattfand. Doch die versprochenen Aussichten ließen das schnell vergessen.
Bevor es entlang der Landstraße 1095 Richtung Roigheim ging, lauschten die Teilnehmer den Ausführungen des Wanderleiters, Hans-Jürgen Hof. D' Gaby und de Erich waren allerdings durch eine Gartenkreuzspinne abgelenkt. So ist das bei Natur- und Landschaftsführern, sie haben immer auch einen Blick für die "kleinen" Aussichten.
Nachdem der Gehweg endete, war ein kurzer, aber knackiger Anstieg zu bewältigen, bevor die Gruppe den Aussiedlerhof erreichte. Die Wanderführerin, die die Gruppe am Anstieg übernommen hatte, erzählte von den Aussiedlungen nach dem Krieg und dass der Hof in ihrer Jugend noch mitten in der Altstadt von Möckmühl war. Auch halfen die Landfrauen damals bei der Kartoffelernte. Der Bauer saß auf seinem Bulldog und seine Frau sollte den schweren Pflug halten. Dabei schimpfte er ohne Unterlass. Die Wanderführerin, die damals gerade 15 Lenze zählte, nahm all ihren Mut zusammen, wies ihn zurecht und übernahm den Schlepper. Nun konnte der Landwirt seinen Pflug selbst bedienen und so kehrte Ruhe ein. 
Eine weitere nette Anekdote erzählte Wanderwart Hof am Grenzstein. Da bei Möckmühl die Grenze zwischen Württemberg und Baden verläuft, hat er tatsächlich einen Freund, bei dem die Grenze durchs Schlafzimmer führt. So schläft er in Württemberg und die Frau in Baden. Zum Glück gibt es im vereinten Europa keine Grenzkontrollen.
Zwischen beiden Geschichten war die Wanderung kurzweilig und abwechslungsreich, vorbei an der berühmten Großen Eiche, die es nicht mehr gibt. Hier wurde aber nicht vom Menschen eingegriffen, sie fiel einem Unwetter zum Opfer. 
Kurz darauf war der Höhepunkt der Wanderung erreicht. Zuerst gab es Bänke im Schatten für alle. Den Schatten verursachte der Wasserbehälter, der nach der Pause bestiegen wurde. Die Wanderer hatten einen wunderbaren Ausblick auf Möckmühl und seine Ortsteile. Trotzdem lauschten sie interessiert den Ausführungen des Herrn Uwe Thoma, Technischer Koordinator der Bauverwaltung Möckmühl und Feuerwehrkommandant. Sein ganzer Stolz ist die neue Wasserversorgung in Möckmühl, worüber er einen ausführlichen Vortrag hielt. 
Dann ging es auch schon weiter über die Höhen in Richtung Hergstbachtal. Dieses hat 33 Kurven und ist besonders für Radfahrer attraktiv. 
Allerdings befindet sich dort auch der Bachwingert, ein Naturschutzgebiet, dessen magere Wiesen vom Heilbronner Gau des Schwäbischen Albvereins gepflegt werden. Auch hier sind die Möckmühler sehr engagiert die wilden Orchideen zu erhalten. Die Damen erklärten, dass die Wiesen jedes Jahr steiler werden. Zumindest fühlt es sich so an, die Arbeit ist schwer.
In Möckmühl zurück war sogar noch kurz Zeit zur Burg hinauf zu steigen und einen Blick auf das alte Gemäuer zu werfen. Betreten werden kann die Anlage nicht, sie ist in Privatbesitz.
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Angelika Di Girolamo aus Künzelsau | 02.09.2018 | 16:22  
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