Kindheit und Jugend in der DDR - Zeitzeuge Mario Röllig am Elly

„Für Demokratie müsst ihr eintreten.“ Mit viel Engagement beendet DDR-Flüchtling und Stasi-Opfer Mario Röllig seinen Vortrag vor 100 Zwölftklässlern in der Mensa des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums.

Kein Laut war zu hören, als der 1967 in Ost-Berlin geborene Röllig aus seinem Leben in einem totalitären System erzählt.

Befremdliches weiß der 58-jährige zu erzählen, z.B. von der Schulsportdisziplin „Handgranatenweitwurf“ für Zweitklässler. Völlig verständnislos äußert er sich, wenn heute einzelne Aspekte des Lebens in der DDR verharmlost werden. Ein Recht auf Arbeit werde oft genannt, das aber auch gleich eine Pflicht zur Arbeit beinhaltet und mit zwei Jahren Haft droht, wenn es nicht möglich ist, einen Arbeitsplatz zu finden.

1987 versuchte er, aufgrund einer Beziehung zu einem West-Berliner ins Fadenkreuz der Stasi geraten, über Ungarn zu fliehen,  und wurde 100 Meter vor der Freiheit von „Kopfgeldjägern“ gestoppt, gefoltert und in Isolationshaft gehalten. „Bis heute bin ich der Bundesrepublik dankbar, dass sie mich für 90.000,00 D-Mark freigekauft hat" sagt er heute.

„Dass von diesen Kerlen sich auch nach 1989 niemand für seine Untaten entschuldigen konnte, das verstehe ich bis heute nicht“, sagt er kopfschüttelnd zum Schluss.
Text: Christoph Zänglein, Schulleiter. Foto: Elly
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