Rätsel gelöst: Gaffenbergglocke kommt aus der CSR

Das Geheimnis im Türmchen auf der Roten Halle.
Heilbronn: Heilbronner Stadtwald | Anfang der Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts wurden in Deutschland und angrenzenden besetzten Gebieten Glocken zur Anlage von Metallreserven beschlagnahmt. Der größte Teil fiel in Schmelzhütten der Vernichtung zum Opfer, nur ein geringer Teil der Klangkörper stand nach dem Kriegsende auf den Glockenfriedhöfen zur Rückgabe bereit. Erhalten gebliebene Glocken aus den Ostgebieten wurden nicht zurückgeführt. Eine Ausnahme bildeten im Sudetengau requirierte Glocken, die bereits 1946 in ihre Heimat zurückkehren durften. Was aber geschah mit jenen Glocken, die nicht zurückgegeben werden konnten, weil ihre Herkunft nicht mehr feststellbar war? Eine dieser ‚Geretteten‘ hängt seit Jahrzehnten auf dem Gaffenberg in Heilbronn und ist u. a. für die Benutzung während der Freizeiten nicht wegzudenken. Sie war in einem „Leihglockenkontingent“ nach Stuttgart gekommen und gelangte von dort als Ersatz für das erste Gaffenbergglöckchen nach Heilbronn. Ioannes Pricquey hatte die Glocke 1701 in Klatovy gegossen. Unbekannt war bisher jedoch ihre Herkunft. Die neueste Erkenntnis darüber ist den Kontakten von Norbert Jung zu dem tschechischen Glockensachverständigen Radek Lunga zu verdanken: Die Glocke läutete bis 1942 in der Kapelle St. Anton von Padua im Schloss Kynzvart im Kreis Cheb. ag
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