„Wandernde Bildungsbäume“ aus der Holzwerkstatt der Johann-Jakob-Widmann-Schule

Auf dem Schulhof der Johann-Jakob-Widmann-Schule werden die Bäume in die Wägen eingesetzt.
Im Werkstattunterricht in der AV 1, einer Berufsvorbereitungsklasse an der Johann-Jakob-Widmann-Schule, wurde das Projekt „Wandernde Bildungsbäume“ in Kooperation mit Herrn Christoph Mössinger, einem gelernten Fachagrarwirt und Koordinator des gleichnamigen gemeinnützigen Vereins „Wandernde Bildungsbäume“, umgesetzt. Inspiriert ist das Projekt von der erfolgreichen Stuttgarter Initiative „Wanderbaumallee“, die für mehr Grünflächen in den Innenstädten und Schulhöfen sorgen möchte und dort bereits ins vierte Jahr startet.

Als Beitrag für die Aktion baute die Klasse AV1 aus der Abteilung Berufsvorbereitung an der Johann-Jakob-Widmann-Schule unter Leitung ihres Techniklehrers Herr Thilo Klagholz vier Holzwägen, die als Sitzgelegenheit und Baumumrandung konstruiert wurden. Jeder Wagen hat eine Achse mit luftbereiften Rädern und einer umlaufenden Sitzbank mit Rückenlehne. Zum Transport lassen sich die vier Stützen einfach abmontieren und durch zwei lange Stangen, die in die vorgebohrten Löcher eingefügt werden, verwandelt sich die Sitzgelegenheit im Handumdrehen in einen Schubkarren. Eine große Unterstützung beim Bau der Holzkonstruktionen stellte die Materialspende der Firma Holz-Hauff dar, die auch die Verschnitte in der richtigen Form und Größe anfertigte. Im Werkstattunterricht montierten die Schülerinnen und Schüler dann alle Teile mit wasserfestem Leim und Schrauben zusammen. Die Baumschule Schimmele steuerte die nötigen Bäume, einen Feldahorn, eine Steineiche, einen für unsere Region inzwischen schon exotischen Maulbeerbaum und einen Quittenbaum bei. Herr Mössinger informierte die Schülerinnen und Schüler über die heimischen Bäume, und auch darüber dass die Maulbeere früher oft in unserer Region anzutreffen war. Der Erhalt der Grünflächen, ihre Bedeutung für die Stadtluft und darüber hinaus die Lebensqualität der Stadtbewohner werden im hektischen Alltag oft nicht reflektiert, und genau hier soll das Projekt, laut Herrn Klagholz, einen Stein ins Rollen bringen, wenn nämlich auf einer zuvor grauen Betonfläche plötzlich ein grüner Baum steht. Es ist die Visualisierung einer möglichen Schulhofgestaltung, wenn sich Schüler und Lehrer dann vorstellen können, wie es eigentlich wäre, wenn diese Bäume immer ihren Platz im Schulhof hätten.

Am 29.04.22 war es dann soweit: Die „wandernde Bildungsbäume“, zogen weiter an ihre nächste Station, an die benachbarte Dammrealschule. Schülerinnen und Schüler aus der AV1 halfen in Begleitung ihres Lehrers Herrn Klagholz bei sonnigem Wetter die Wägen zu Fuß an die Dammrealschule zu bringen, was bei vier grünen Wägen einem feierlichen Umzug ähnelte. Angekommen an der Dammrealschule wurde das Projekt bereits von einer aufgeregten sechsten Klasse im Schulhof erwartet. Von dort werden die „Wandernden Bildungsbäume“ gemäß ihrem Namen weiterziehen, so dass die im Werkstattunterricht der AV1 hergestellten Konstruktionen an möglichst vielen Heilbronner Schulen zum Einsatz kommen können.
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