Weihnachtsflair im Ringlokschuppen

Weihnachtsbaum-Verkauf vor dem Ringlokschuppen. (Foto: © Peter Gambka)
 
Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum am Sonnenbrunnen ist Austragungsort des Julbockmarkts. (Foto: © Peter Gambka)
Heilbronn: Süddeutsches Eisenbahnmuseum SEH - Böckingen | HEILBRONN-BÖCKINGEN | Jedes Jahr am ersten Adventswochenende öffnet der Julbockmarkt – Böckingens kleiner Weihnachtsmarkt – seine Pforten im Süddeutschen Eisenbahnmuseum.

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Böckinger Ring e.V. - ein seit 1982 bestehender Zusammenschluß von Vereinen, Verbänden, Institutionen und Organisationen des Heilbronner Stadtteils – am ersten Advents-Wochenende seinen beliebten und traditionellen Julbockmarkt im historischen Ringlokschuppen des Süddeutschen Eisenbahnmuseums beim Sonnenbrunnen.

Julbockmarkt? | Das älteste Weihnachtssymbol in Schweden ist der Julbock, der Weihnachtsbock. Die Böckinger haben in ihrem Wappen auch einen „Bock“, also war es naheliegend, diesen Event nicht Weihnachtsmarkt, sondern Julbockmarkt zu nennen.
Am Stand des Böckinger Rings begrüße demzufolge auch das Wappentier, der Böckinger Bock, die Besucher. Kassier Michael Schneider hatte die Holzfigur erarbeitet. Am Stand selbst gab es Glühwein und – mit einem Marktrabatt – das Böckinger Heimatbuch für alle Interessierten, die mehr vom Heilbronner Stadtteil erfahren möchten.

Kreatives | Zahlreiche Weihnachtsmarktstände im Altbauteil des Ringlokschuppens luden ein zum Verweilen, Stöbern und Bewundern. Kreative Ideen für kleine Geschenkartikel zur Vorweihnachtszeit, allerlei Lesestoff, Wollwaren, Schmuck, Handarbeiten und Dekoartikel wurden feil geboten. Und manch einer ließ dabei seiner Kreativität freien Lauf.
So konnte man eine ausgediente Puppenküche hinter Glas mit Beleuchtung als neue Zimmerdekoration bestaunen, aber auch Holzarbeiten wie Treibholzengel, kunstvolle Vesper- und Schneidebretter, hölzerne Kerzenhalter wie am Stand von Tatjana und Thomas Littmann aus Böckingen.
Gudrun Fosdick präsentierte mit der Freundin ihres Sohnes, liebevoll „Tante Caro vom gaffenberg“ genannt, kleine schmucke Weihnachtswichtel, aber auch andere Dekoartikel, Geschenkideen und illustre Taschen. Weihnachtliche Leckereien durften natürlich auch nicht fehlen. Dafür sorgte Annemarie Vogel aus Weinsberg mit kleinen Tüten an Weihnachtsgebäck, Springerle, Pralinen, fruchtige Marmelade und Blütensirup in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Anemarie liebt den friedlichen und gemütlichen Charakter dieser kleinen Weihnachtsmarkt-Veranstaltung, frei vom großen kommerziellen Stress der großen Märkte.

Treffpunkt | Viele Besucher nutzten das HNV-Angebot der kostenlosen Bus- und Stadtbahnbenutzung am Adventssamstag zu einem Besuch des Julbockmarktes. Auch alt-eingesessene Böckinger wie Gundula und Heinz Lang kamen hierher und genoßen ein Familien-Kaffeekränzchen mit ihren Verwandten Gabriele und Achim Kiederer sowie Edeltraud und Horst Veit bei leckerem Kuchen und wärmendem Kaffee im „Café Tolstoi“, einem im SEH aufgestellten und zum Café umfunktionierten Personenzugwagen aus der Zeit um 1911. Dieser ehemalige preußische Reisewagen der Baureihe C4ü, den das SEH 2001 erworben hatte, diente auch schon als Kulisse bei Dreharbeiten in Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2009 als „Tolstoi's Salonwagen“ bei der mit 2 Golden Globes ausgezeichneten Hollywood-Produktion „Ein russischer Sommer“ nach dem Roman von J. Parini mit James McAvoy, Christopher Plummer und Helen Mirren.

Leckeres | Während im Außenbereich rund um den Ringlokschuppen die Stände der „Weiberwirtschaft“ Böckingen und der Tanzgruppe Sigrid Lipp“ Heilbronn (Käthchen Hochzeitszug & Heilbronner Majoretten) warme Speisen wie Rote Wurst, Pommes, Schweinenackensteak und Chilli con Carne sowie Stockbrot, Waffeln und Dinkelwaffeln anboten, servierte man im Innenraum bei den Pfadfindern süße Crêpes. Der Föderverein der Grundschule Alt-Böckingen (ehemals Reinöhl-Grundschule) bot frische Kuchen und Muffins an. Zum Wärmen der Seele gab es heißen Seeräuberpunsch beim Förderverein, Glühwein beim Böckinger Ring und „Kaminknister“-Tee aus dem Haus der Kaffeerösterei Hagen (Heilbronn) bei der Tanzgruppe Lipp.

Ein kleines Bühnenprogram mit musikalischen Darbietungen verschiedener Musik- und Gesangsformationen rundeten den Event ab. Vor dem Eingang des Veranstaltungsraumes konnte man zudem beim Gewerbe- und Handelsverein Böckingen e.V. noch frische Tannenbäume für die häusliche Weihnachtsdekoration erwerben. Der Erlös aus dem Verkauf kommt der Schulhofgestaltung der Grundschule Altböckingen zugute.
In der museumseigenen Cafeteria im Eingangsgebäude präsentierten derweil die Mitglieder des SEH e.V. ihre selbst gebauten Modulanlagen für Modelleisenbahnen.

Sonntag | Auch der zweite Tag der Veranstaltung war, trotz kalter Temperaturen, wieder sehr gut besucht. Angesichts des kalten Windes im Außenbereich zogen es viele Besucher diesmal vor, ihre Pause zwischen dem Bummeln durch die Verkaufsstände lieber im aufgeheizten und gemütlich eingerichteten „Café Tolstoi“ zu genießen. Die Neckartalschule Heilbronn-Böckingen verkaufte Apfelsaft, Mandeln und Adventskränze an ihrem Stand, während Schüler zwischen den Standreihen eifrig mit dem Loseimer für eine kleine Tombola unterwegs waren. Und während vor dem Eingang zum Lokschuppen weiterhin die freiwilligen Helfer und Gewerbetreibende des Gewerbe- & Handelsvereins Heilbronn-Böckingen e.V. wie z.B. Manuela Brecht des im Gewerbegebiet West ansässigen Unternehmens Brecht CaraVan frische Weihnachtsbäume zugunsten der Grundschule Altböckingen verkauften, mischte sich auch Nikolaus unter die Akteure und verteilte Süßes und Plätzchen an die kleinen Besucher.
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