Begehung des Hauptfriedhofes

Heilbronn: Hauptfriedhof | In der Reihe „Freie Wähler nah beim Bürger“ hatte die Freie Wähler Vereinigung Heilbronn am 16.5.2018 zu einer Begehung des Hauptfriedhofs eingeladen. Es kamen deutlich mehr als 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die FWV-Stadträte und Bezirksräte, sowie der Vereinsvorsitzende der FWV e.V. Unter sachkundiger Betreuung des Herrn Heier vom Friedhofsamt konnte ausgesprochen interessante Informationen und Details über diese Anlage an die Bürger vermittelt werden. Die Besichtigung war auf eine Stunde angelegt. Es zeigte sich jedoch, dass dies viel zu kurz war.
Wegen der Vielzahl der Eindrücke soll hier nur ein kurzer Abriss über die wichtigsten Fakten gegeben werden. Der Friedhof wurde um 1882 von einer sog. Kirchhofs Kommission konzipiert. Er hat eine Fläche von ca. 15 Hektar. Es werden mehr als 1200 Bestattungen jährlich vorgenommen, davon derzeitig ca. 2/3 als Feuerbestattung. Ca. 20% werden heutzutage schon in alternativer Bestattung vorgenommen, d.h. Gräber mit und ohne Namensnennung. Der erste Eindruck einer aus der Oststadt heraus führende Allee, die in und über den Friedhof führt soll eine Achse aus der Stadt der Lebenden über den Platz des Abschiednehmens in die Stadt der Toten symbolisieren. Ein Wort vielleicht noch zu Krematorium, welche 1905 vom späteren OB Beutinger entworfen wurde und eines der ersten Krematorien in Baden-Württemberg ist. Sehr betroffen war die Anwesenden bei den sog. „Dachsteingräbern“, eine Gruppe von mehreren Gräbern in denen Schüler und Lehrer, die bei einer Schneewanderung durch einen Schneebruch ums Leben kamen, beigesetzt sind. Ebenso ergriffen standen alle bei den sog. „Schmetterlingsgräber“, eine etwas abseits liegende, mit besonderen Grabsteinen versehene Gräbergruppe, in denen Menschen und Überreste von Menschen beigesetzt werden, die eigentlich keinen Anspruch auf Beisetzung haben (z.B. Totgeburten) Besondere Grabstätten, hier nur exemplarisch, so vom ehemaligen Oberbürgermeister Karl Wüst (die höchste Grabstätte auf dem Friedhof), sowie von Familie Huber, ehemaliger Landgerichtspräsident und Familie Knorr, bedeutender Unternehmer für Heilbronn, sind beeindruckende Zeitzeugen. Der Friedhof wird in Eigenregie der Stadt Heilbronn betrieben, aber natürlich haben auch alle Steinmetze, Gärtner und Floristen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung und die Schönheit dieser Stätte des Friedens und der Ruhe.
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