Nadja Klier und Ingo Hasselbach an der ARS HN

Ingo Hasselbach und Nadja Klier, coronazeitbedingt mit Maske.
Heilbronn: Abendrealschule Heilbronn e.V. | „Wir wollten Spaß haben, das war, was alle Jugendlichen in der DDR wollten!“ So die Antwort auf viele spannende Fragesätze, die in dem Film „Wir wolln Euch mal wat fragen!“ an Nadja Klier und Ingo Hasselbach gerichtet werden. Und dieser Tage konnten Schüler und Schülerinnen der Abendrealschule Heilbronn ganz persönlich ihre Themenkomplexe zum Alltag in der untergegangenen DDR-Diktatur loswerden. Nadja Klier ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Wenige Tage nach ihrem 15. Geburtstag wird sie aus politischen Gründen mit ihrer Familie in den Westen ausgebürgert. Wie schafft sie es, den Verlust ihrer Heimat, der Freunde und gewachsener DDR-Strukturen zu verkraften? Ein Stück dieser ungewollten Entwurzelung verarbeitet sie, Tochter einer Oppositionellen, Jahrzehnte später in ihrem Band „Wilde Jugend 1988“.
Dagegen ist Ingo Hasselbach in einer Familie aufgewachsen, der man DDR-Treue bescheinigen könnte, der aber vielleicht gerade dadurch früh in Konflikte mit dem DDR-Staat geriet, weil die geforderte Anpassung von ihm nicht zu erwarten war. 1985 erstmals zu einigen Monaten Haft verurteilt, folgten nach versuchter Republikflucht gleich mehrere Jahre Freiheitsentzug. In den Haftanstalten konnte er rechtsextreme Kontakte knüpfen, der bewusst gewollte Ausstieg aus der Szene erfolgte erst 1992. TG
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