Schöne Jubilarehrung bei der SPD im Kreisverband Heilbronn Land in Neckarsulm

Am Samstag hat die SPD im Landkreis Heilbronn langjährige und verdiente Mitglieder geehrt. Ich bin ausgesprochen gern Gast bei solchen Veranstaltungen. Mit großer Freude konnte ich beispielsweise Professor Carl Böhret zum 60-jährigen Parteijubiläum gratulieren. Ich bin stolz darauf, dass ein solch bekannter Verwaltungswissenschaftler und Politologe, der übrigens mal eine Mechanikerlehre bei der NSU absolviert hat, Mitglied in unserer Partei ist. Schön auch, dass zwei verdiente Kommunalpolitiker mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet wurden. Inge Haury aus Lauffen und Werner Förster aus Eppingen.

Doch Jubilarfeiern dienen nicht nur ihrem originären Zweck, also der Ehrung an sich. Sie sind eine wunderbare Gelegenheit, uns unserer Wurzeln, unserer Geschichte und unserer Verdienste in den letzten 154 Jahren zu erinnern. Wie sehe unser Land heute wohl aus, würde es uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht geben? Wie wäre es um Arbeitnehmerrechte, den gesellschaftlichen Wandel, die Chancengleichheit und die Familienpolitik bestellt, welche Rechte und welchen Schutz hätten Minderheiten? All das sind gute Gründe mit Stolz auf das zurück zu blicken, was Sozialdemokratinnen und Sozialdemokarten vor uns erkämpft und erstritten haben.

Auch heute ist es nicht egal, wer an einer Regierung beteiligt ist. Ein aktuelles Beispiel aus der Landespolitik zeigt dies. Vor kurzem hat die grün-schwarze Landesregierung die baden-württembergische Sonderregelung zum Mindestlohn aus dem Landestariftreuegesetz von 2013 wieder gestrichen. Die Regierung erklärt diesen Schritt mit Bürokratieabbau, er zeigt aber vor allem, welchen Stellenwert diese Koalition den Beschäftigten in unserem Land einräumt. Es macht also einen erheblichen Unterschied, ob Sozialdemokraten regieren oder nicht.

Jedoch reicht es nicht aus, wenn wir uns auf der Vergangenheit ausruhen. Zu jedem Blick auf unsere Geschichte gehört auch ein Blick nach vorn. Ein Blick darauf, wie wir die Zukunft gestalten wollen.

So erfordert beispielsweise der massive digitale Wandel, dass wir uns nicht nur auf die technischen Veränderungen konzentrieren, sondern in erster Linie darauf, was diese Entwicklung für die Menschen, ihren Arbeitsplatz, für ihr ganzes Leben bedeutet. Experten sind sich einig, dass die Veränderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringt, mindestens so einschneidende Folgen für Gesellschaft und Arbeitswelt haben werden wie damals die Industrialisierung. Gerade hier wird deutlich, dass es Unsinn ist, vom Ende des sozialdemokratischen Zeitalters zu reden. Die SPD wird dringender gebraucht denn je. Bisher ist es uns nur bedingt gelungen, dies deutlich zu machen. Eine Aufgabe, die wir nun umso beherzter angehen sollten!
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