Sorgen und Ängste der Wähler ernst nehmen

Harals Friese analysiert bei den SPD-Senioren den Wahlausgang. (Foto: Richard Mall)
„Die SPD ist mit ihren Themen nicht durchgedrungen.“ Auf diesen Nenner brachte Harald Friese bei einer Nachbetrachtung der Bundestagswahl der SPD-AG 60plus seine Analyse der Ergebnisse. Der 72jährige Jurist Friese war 14 Jahre lang Heilbronner Bürgermeister und von 1998 bis 2002 Bundestagsabgeordneter. Als traditionsreiche Volkspartei habe es die SPD nicht geschafft, die Menschen mit ihren Sorgen und Ängsten zu erreichen, die sie empfinden angesichts einer „aus den Fugen geratenen Welt“ und der rasanten gesellschaftlichen Veränderung. Dass Spitzenkandidat Schulz die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit herausgestellt habe, sei richtig, doch zu wenig konkret. Wenn solidarischer Zusammenhalt zu einer historischen Reminiszenz verkomme und individuelles Gewinnstreben die Oberhand gewinne, zerstöre dies den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Glaubwürdigkeit für ein Leben in sozialer Sicherheit. In der Diskussion benannten die SPD-Senioren eine Reihe von Gründen, die der AfD zum zweistelligen Wahlergebnis verhalfen. Kritik wurde aber auch geübt an der „ungerechten“ Aufstellung der Landesliste, die Josip Juratovic beinahe das Mandat gekostet habe. Mit ihm wolle man aber weiter für eine bessere Politik der Gerechtigkeit kämpfen, darüber waren sich die SPD-Senioren einig. (hs)
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