SPD-Senioren für bessere Beziehungen zu Russland

Anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren war es eine gute Idee der SPD-AG 60 plus, sich mit der Entwicklung Russlands zu befassen. Dazu konnte Vera Rogova vom Leibniz-Institut Hessische Friedens- und Konfliktforschung als Referentin gewonnen werden. Nach Loslösung der baltischen Staaten aus der Sowjetunion, der Auflösung von Comecon und Warschauer Pakt verstärkte sich die Annäherung an den Westen durch Russland als Nachfolgestaat der UdSSR. Doch die Übernahme des Kapitalismus überforderte Russland und brachte Chaos. So schlug 1999 die Stunde von Vladimir Putin. Mit der Erweiterung der Nato bis an russische Grenzen fühlte sich Russland in seinen Sicherheitsinteressen bedroht, meinte Rogova. Als kurzsichtig wertete sie auch das beabsichtigte Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, mit all den bitteren Folgeereignissen. Rogova legte dar, dass 20 Jahre Putin-Herrschaft Russland nicht aus der wirtschaftlichen Stagnation heraus geholfen hat, aber mit außenpolitischem Machtgebaren zum Feindbild des Westens wurde. Deshalb sprachen sich die SPD-Senioren in der Diskussion einhellig für bessere Beziehungen zu Russland aus, auch möglichst für eine Aufhebung der für beide Seiten abträglichen Sanktionen, selbst wenn man die Annexion der Halbinsel Krim realpolitisch akzeptieren müsse. H.S.
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