Achtung! Die Kröten sind unterwegs!

Achtung! Frösche und Kröten sind ab jetzt auf dem Weg zu ihren Laichgewässern - und dabei in Lebensgefahr! Helfen Sie mit, sie zu schützen (Foto: pixabay)
 
Gefahr droht den Amphibien nicht nur durch das Auto selbst, sondern auch durch den Luftdruck, der entsteht, wenn ein PKW schneller als 30 km/h an ihnen vorbeifahren (Foto: pixabay)

Autofaher:innen aufgepasst! In diesem Jahr legt der Vorfrühling einen Frühstart hin: Nicht nur die ersten Kraniche sind schon wieder aus ihren Winterquartieren zurück im Norden, bei uns wurden auch bereits die ersten Erdkröten auf Wanderschaft gesichtet. Deshalb bereiten sich Straßenmeistereien und ehrenamtliche Naturschützer:innen unter Hochdruck auf die Krötenwanderung vor.

Massaker auf der Straße

Damit Kröte & Co. in Liebesstimmung kommen, müssen mehrere Faktoren stimmen: Milde Nachttemperaturen oberhalb von 5 Grad Celsius, regnerisches Wetter und wenig Wind. Frösche, Kröten und Molche starten dann von ihren Überwinterungsorten in Wäldern, Parks und Gartengebieten in die Paarungszeit. Auf ihren Wanderrouten von oft mehreren Kilometern zu den Laichgewässern droht ihnen vielfache Lebensgefahr. Denn sie müssen zum Teil mehrfach Straßen überqueren. Besonders gute Laichgewässer ziehen mehrere Hundert bis einige Tausend Amphibien an – da kann es ohne Krötenzäune zu einem regelrechten Massaker auf den Straßen kommen. So überleben viele Amphibien die ersten Tage nach dem Winter nicht. An manchen Orten sterben bis zu 70 % der kleinen Wanderer bei der Überquerung einer einzigen Straße. Entweder werden sie überfahren, oder durch den Luftdruck getötet, der durch schnell fahrende Autos verursacht wird. Ganze Populationen können auf diese Weise umkommen.

Bitte maximal 30 km/h bei mobilen KrötenZäunen

Der BUND ruft Autofahrer:innen deshalb dazu auf, in diesen Tagen und Wochen Rücksicht auf die kleinen Tierchen zu nehmen. Auf Strecken, die bei Amphibien beliebt sind, stehen oft Hinweisschilder mit einem Froschsymbol. Vor allem in regnerischen Morgen-, Abend- und Nachtstunden und bei milderen Temperaturen, sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein und die Tempolimits einhalten. Es wird empfohlen, in den Gebieten nicht schneller als 30 km/h – möglichst sogar noch langsamer – zu fahren, da so der tödliche Luftstrom am Fahrzeug verhindert wird. Dauerhafte Hilfe bieten zwar fest installierte Zäune und Amphibientunnel doch sind diese nicht überall aufzustellen. Häufiger sind deshalb mobile Zäune: Die Amphibien suchen entlang dieser Absperrung einen Durchschlupf und landen dabei in Eimern, die in regelmäßigen Abständen, eben im Boden versenkt sind. Auch zahlreiche andere Kleintiere werden hierdurch gerettet.

Ehrenamtliche Helfer:innen und Tierchen schützen

Ehrenamtliche Helfer:innen der Naturschutzverbände und andere Freiwillige tragen die Tiere in den Eimern dann auf die andere Straßenseite und lassen sie wieder frei. Gerade bei mobilen Krötenzäunen sollte gelten: Fuß vom Gas! So schützen sie die kleinen Amphibien, aber auch ihre zweibeinigen Helfer entlang der Straßen. Blinklampen und Flash- oder Warnschilder sowie örtliche Tempolimits weisen auf die Sammelgebiete hin.

Horror für Molche: Salamanderpest!

Unseren Salamandern und Molchen droht aber nicht nur Gefahr beim Weg zu den Laichplätzen. In Europa breitet sich derzeit ein vermutlich aus Asien eingeschleppter Amphibien-Hautpilz aus: Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans). Er befällt die äußerst sensible Haut der Amphibien und führt insbesondere beim Feuersalamander zum Tod. Bsal hat bereits in einigen Nachbarländern dramatische Bestandseinbrüche bei Feuersalamandern verursacht und führt auch in Deutschland regional zu Massensterben.
Eine krankhafte Infektion von Froschlurchen (Fröschen und Kröten) ist bisher nicht bekannt, jedoch können diese den Pilz auf ihrer Haut tragen und so vermutlich als Reservoir und Überträger fungieren. Deshalb: Ehrenamtliche Helfer bei der Krötenrettung müssen dringend aufpassen, dass sie nicht unwissentlich zum Überträger werden. Hier erfahren Sie mehr!
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