Die "Buga-Duscher" bleiben in Heilbronn

Sie waren ein beliebtes Fotomotiv während der Buga: Die "Duscher" von Christel Lechner aus der Serie Alltagsmenschen, 2003 geschaffen aus Beton. Foto: Andreas Veigel
 
Heimatreporterin Gudrun Cremer hatte die "Duscher" auch vor die Linse genommen.

Diese "Duscher" haben die Heimatreporter auf der Bundesgartenschau in Heilbronn im vergangenen Jahr ja auch gerne fotografiert. Jetzt ist klar: Sie bleiben in der Stadt. HSt-Redakteurin Claudia Ihlefeld hat in der Heilbronner Stimme folgendes geschrieben:

Selbst wenn für manch Kunstexperten die Menschengruppen aus Beton von Christel Lechner mehr Dekoration sind denn Kunst , waren ihre "Duscher" auf der Buga 2019 das vielleicht beliebteste Fotomotiv, ein Hingucker, der die Besucher stehenblieben ließ am Wilhelmskanal.
Und auch jetzt, im für die Jahreszeit verhältnismäßig milden Januar, stehen die von der Bildhauerin und Töpfermeisterin Lechner als Alltagsmenschen bezeichneten Figuren dem Wetter trotzend nach wie vor am Ufer des Alt-Neckars. Tonnenschwer und doch neckisch leicht bekleidet. Die Stadt Heilbronn hat die Dauerduscher gekauft.

Populär und günstig

Der Preis? Ein niedriger bis mittlerer Betrag im fünfstelligen Bereich aus dem städtischen Kulturetat, umreißt Kulturbürgermeisterin Agnes Christner die Größenordnung der Anschaffung. Kurzum, eine populäre Arbeit zu einer bezahlbaren Summe: Lechner ist bundesweit für ihre großen Beton-Figuren bekannt, Menschen, die wie Karikaturen schmunzelnd den Alltag wiedergeben.
Andere Skulpturen wie "Walking Woman" von Sean Henry – "ich hätte sie sehr, sehr gerne gehabt und finde sie nach wie vor ganz toll", so Christner – standen zur Diskussion, hätten aber den finanziellen Rahmen der Stadt Heilbronn gesprengt. Allerdings schreitet die imposante "Walking Woman" auch drei Monate nach Schließung der Bundesgartenschau mit erhobenem Haupt auf dem Damm des Buga -Geländes.

Noch sind nicht alle 26 Skulpturen nationaler wie internationaler Bildhauer abgebaut, die während der Buga sinnliche Zeichen setzten. Auch "Hoop-La" von Alice Aycock, eine dynamisch-komplex geschwungene Stahlplastik, ruht auf dem verlassenen Geländeteil, der für die Bevölkerung noch gesperrt ist. Im zweiten Quartal, so Stadtsprecherin Suse Bucher-Pinell, soll dieser Abschnitt wieder zugänglich werden. Bis dahin werden die letzten, teils privaten Kunstleihgaben demontiert und abgeholt sein.

Wettbewerb

Auf dem Hügel neben dem Platz, wo die Sparkassenbühne stand, liegen die Kissen "Himmel auf Erden" von Susanne Egle im feuchten Gras. Eine Arbeit, die inzwischen der Stadt gehört. "Himmel auf Erden" ist wie die Installation von Andreas Mayer-Brennenstuhl mit dem sperrigen Titel "Bibliothek der Akademie für Transformations-Kompetenz" aus dem Buga -Skulpturenwettbewerb im Vorfeld der Bundesgartenschau hervorgegangen – und somit im Besitz der Stadt.
Welchen Standort Heilbronn für die überdimensionierten, wolkigen Kissen und die Bibliothek aus Schwimmwesten gestrandeter Flüchtlinge auf Lesbos im Auge hat? Susanne Egles Kissen werden vorerst bleiben, wo sie sind. Und damit einem "natürlichen Prozess der Veränderung unterliegen," wie es Agnes Christner nennt. Werden also abgenutzt durch die Witterung und gebraucht als Liegekissen, wenn das Gelände wieder offen ist.

Mayer-Brennenstuhls Konstruktion mit Stahlrahmen, für Christner eine "wichtige, ästhetisch klasse Arbeit", lagert derweil im Milchhof, dem Depot der Städtischen Museen. Der Standort während der Buga am Fluss im Bereich Wasserkraftwerk war von Anfang an temporär, da kein kommunaler Platz, sondern Teil des Areals der Zeag. Noch sind Künstler und Museumschef Marc Gundel im Gespräch, wohin im öffentlichen Raum die "Bibliothek" kommt.
Autor: Claudia Ihlefeld

Erinnerung

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