Nähanleitung: handgemachte Kaffeefilter

Sieht auch noch schön aus: Ein selbst genähter Kaffeefilter. Foto: Frech Verlag

Manuela Gaßner erzählt in der heutigen Samstagsausgabe der Heilbronner Stimme in einem Interview, was sie alles tut, um Müll im Alltag zu sparen. Dazu hat sie diese Nähanleitung für Kaffeefilter mitgeliefert, die aus ihrem "Zero-Waste Nähbuch" stammt.

DAS WIRD GEBRAUCHT 

Biobaumwollstoff in Dunkelbraun kariert, 16 cm × 112 cm, Nähgarn in Dunkelbraun. Zuschnitt: 1 × Biobaumwollstoff, 16 cm × 30 cm, 1 × Biobaumwollstoff, 10 cm × 3,5 cm (Hänger). Im Zuschnitt sind 5 mm beziehungsweise 1 cm Nahtzugabe enthalten. 
Zum Material: Testen Sie Ihren Stoff vorher. Verhält sich die Fließgeschwindigkeit ähnlich der Ihres Papierfilters? Fließt der Kaffee zu schnell oder zu langsam, ändert sich der Geschmack. Bei Stoffen in Beige- oder Brauntönen sind spätere Verfärbungen weniger sichtbar.

So geht’s

Hänger vorbereiten: Beide langen Kanten jeweils fünf Millimeter nach links umbügeln, dann mittig der Länge nach auf links zusammenbügeln. Das entstandene schmale Band knappkantig absteppen.
Runde Oberkante über die gesamte Länge einen Zentimeter auf links umbügeln und knappkantig mit einem breiten Zickzackstich absteppen. Stoff mittig rechts auf rechts falten, der Zickzackstich der oberen Saumkante ist sichtbar.
Hänger mittig falten, in den Stoff legen. Die beiden Enden im Abstand von zwei und drei Zentimetern zur Oberkante befestigen. Das versetzte Befestigen ist flacher zu nähen und gibt mehr Haltekraft. Untere und seitliche Kante mit einem breiten und kurzen Zickzackstich knappkantig vernähen, den Hänger doppelt verriegeln. Wenden und die Ecken mit einem Stäbchen ausformen, bügeln.

Tipps

Verwenden Sie als Schablone Ihren passenden Papierfilter und geben Sie an der Oberkante einen Zentimeter und an den beiden verbleibenden Schnittkanten fünf Millimeter Nahtzugabe hinzu.
Bevor Sie Ihren ersten Kaffee genießen, kochen Sie die Kaffeefilter fünf Minuten aus. Kaffeefilter nach Gebrauch gründlich reinigen und zum Trocknen aufhängen. Einmal im Monat Beutel für fünf Minuten auskochen oder in der Waschmaschine in einem Wäschenetz waschen.

Info

Wir können einfach nicht ohne ihn: den Kaffee am Morgen, den Espresso im Mittagstief, den Cappuccino im Café. Deutschland ist Kaffeetrinkerland. Mit durchschnittlich gut 160 Litern pro Kopf und pro Jahr kommt hierzulande einiges an Koffein zusammen. Aber auch an Müll: Pro Stunde werden in Deutschland 320 000 Coffee-to-go-Becher verbraucht. Bei einer Nutzungsdauer von durchschnittlich 15 Minuten wird nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe mit einer kleinen Annehmlichkeit ein Müllberg von 40 000 Tonnen jährlich produziert. 
Übrigens: Melitta Bentz hat den Kaffeefilter im Jahre 1908 erfunden. Heute gilt frisch aufgebrühter Filterkaffee nicht als altbacken, sondern hip – erst recht, wenn man selbst genähte Kaffeefilter dafür nutzt.
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3 Kommentare
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Moni Bordt aus Weinsberg | 07.12.2019 | 08:46  
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Gudrun Vogelmann aus Bad Friedrichshall | 07.12.2019 | 17:55  
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Katja Bernecker aus Heilbronn | 09.12.2019 | 08:34  
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