Neues Kleid fürs Käthchen

Das Hauptkäthchen Jasmin Heyd zeigt im alten Kleid das neue Sommerkleid. Foto: Mario Berger
 
Katharina Wieczorek (rechts) mit dem Käthchen Jasmin Heyd neben dem ersten Prototypen des neuen Käthchenkleids. Foto: Mario Berger

Pünktlich zur Bundesgartenschau bekommt das Käthchen ein neues Sommergewand:  Angehende Modedesigner des Berufskollegs für Mode und Design der Akademie für Kommunikation in Heilbronn haben für den Designwettbewerb 22 Entwürfe erdacht.

Wenn die vier amtierenden Käthchen am 17. April die Bundesgartenschau mit eröffnen, stecken sie zum ersten Mal in ihrem neuen, luftigen Sommergewand. Im Herbst waren an der Akademie für Kommunikation die Entwürfe für das Kleid entstanden. Zum Jahresende hatte eine Jury den Siegerentwurf gekürt. Am Donnerstag wurde im Schneider-Atelier des Berufskollegs für Mode und Design der erste Prototyp präsentiert: ein Kurzarmkleid aus Kreppsatin in verschiedenen Blautönen.

Drei Favoriten

In der Jury hatte es eine große Mehrheit für drei Entwürfe gegeben. Katharina Wieczorek machte mit ihrer Idee das Rennen. Die 19-Jährige hat sich als Reminiszenz an die Geschichte für überkreuzte Bänder am Oberteil entschieden: "Das soll an Corsagen erinnern, wie sie im Mittelalter üblich waren", erklärt die angehende Modedesignerin. Auf Wunsch der Käthchen soll ein Element in Gold die Gewänder noch ein bisschen festlicher machen.

Persönlichkeit

Ihr Kleid hat für die Käthchen eine große Bedeutung. Das Gewand soll eine Geschichte erzählen und die Persönlichkeit untermalen, die darin steckt, wünscht sich Käthchen Jasmin Heyd. Der Repräsentantin war zudem wichtig, dass die Wurzeln der Geschichte nicht verloren gehen. Sprich, zu modern durfte der Entwurf nicht werden, und eine neue Farbe kam überhaupt nicht in Frage.
All das sei bei dem Siegerentwurf exzellent gelungen. "Ich habe mich schnell in dieses Kleid verguckt", sagt Jasmin Heyd. Das Hauptkäthchen war Mitglied der Jury und freut sich nun zusammen mit ihren Kolleginnen Denise Fohr, Lisa Roth und Laura Scholl auf die Premiere.

Auch für den Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch hat die Kleiderfrage eine Bedeutung. Der Ruf nach einem modernen Image sei immer wieder an der Robe festgemacht worden. "Kann man die jungen Frauen so noch auf die Straße schicken?" Die Käthchen selbst hätten einen Wandel stets abgelehnt mit dem Hinweis, Käthchen sei man nur, wenn man auch das Kleid trägt. Für Schoch gilt ebenfalls: Die zeitgemäße Präsentation des Käthchens hängt nicht am Kleid.

Schwerer Stoff

Im Beirat des Verkehrsvereins – der für die Käthchen zuständig ist – sei man sich über eine Neuerung nach 20 Jahren einig gewesen: Man wollte den Käthchen nicht mehr zumuten, bei Temperaturen von 30 Grad in dem traditionellen Kleid aus schwerem Stoff auf der Buga unterwegs zu sein.

Werbung

"Das Kleid wird nicht irgendwo entworfen, sondern hier bei uns", lobt der HMG-Chef das gemeinsame Projekt mit der Schule. Das Käthchen jungen Menschen zugänglich zu machen, und so schon für die nächste Käthchenwahl 2020 zu werben: Schoch erhofft sich auch einen langfristigen Effekt von dieser Zusammenarbeit.
Die Akademie für Kommunikation kann ebenso davon profitieren: Das Projekt ist einerseits eine gute Werbung für das Berufskolleg. Andererseits können die angehenden Modedesignerinnen und -designer wertvolle Praxiserfahrungen sammeln. In den kommenden Wochen entstehen im Atelier der Schule die vier auf Maß geschneiderten Roben. "Das ist für uns eine tolle Herausforderung", sagt die betreuende Designerin Gabriele Ostermann von Roth. (Autorin: Bärbel Kistner)
5
Diesen Autoren gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.