Vorsicht bei Aroma-Diffusern

Menschen mit Allergien und Haushalte mit Kleinkindern oder Tieren sollten beim Einsatz von Aroma-Diffusern ganz besonders vorsichtig sein (Foto: pixabay.com)

Sie sind seit einigen Jahren in der Werbung: Aroma-Diffuser fürs Bad oder den Wohnbereich. Aber diese Aromastoffe stehen in der Kritik – insbesondere Familien, Tier-Haushalte oder Menschen, die zu Allergien neigen, sollten hier vorsichtig sein.

Allergene im Duftnebel

Nicht immer vertragen wir Aroma-Diffuser und andere künstliche Duftstoffe gut. Laut Umweltbundesamt kommt es oft zu Kontaktallergien, die sich z. B. durch juckende und schuppende Hautstellen zeigen. Häufige Auslöser sind Stoffe wie Estragol, Methyleugenol oder Safrol. Laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz kann Safrol in großen Mengen sogar krebsfördernd wirken. Aber auch „normale“ Raumdüfte und ätherische Öle können Kopfschmerzen oder gereizte Schleimhäute auslösen. Deshalb sollten auch natürliche Öle nur entsprechend verdünnt genutzt werden. Gerade wer zu Allergien neigt, sollte bei folgenden Komponenten vorsichtig sein: Zitrus, echter Zimt, Cassia-Zimt und Lorbeer.

Kinder und Haustiere? Vorsicht bei Aromastoffen!

Kleinkinder haben besonders empfindliche Schleimhäute. Deshalb sind laut Bundesinsitut für Risikobewertung ätherische Öle zur Anwendung bei Babys und Kleinkindern ungeeignet und auch Aroma-Diffuser können für sie gesundheitsschädlich sein. Ätherische Öle gehören also auch nicht in die Luftbefeuchter für die Heizung. Hier genügt sauberes, destilliertes Wasser.

Auch für Haustiere sind Aroma-Diffuser problematisch. Synthetische Stoffe wie Teebaumöl belasten nicht nur den sensiblen tierischen Geruchssinn, die chemischen Substanzen des Wassernebels setzen sich auch auf dem Fell ab und werden so bei der Körperpflege der Tiere abgeschleckt! Dabei sind Teebaumöl, Zimt, Nelkenöl, Thymianöl und Birkenöl für Katzen problematisch. Neben Nelken- und Thymianöl reagieren Hunde sensibel auf Wacholder- oder Anisöl sowie auch auf Schafgarbe. Besser vertragen werden z. B. Ingwer, Pfefferminze, Lavendel und Zedernholz.

Gut zu wissen

  • Ob Kleinkinder oder Haustiere: Prüfen Sie, ob Sie überhaupt Düfte einsetzen.
  • Bewahren Sie die Öle bzw. Duftstoffe unbedingt für Kinder und Tiere unzugänglich auf.
  • Grundsätzlich gilt: Alle Duftstoffe sollten nur selten und lediglich für einen kurzen Zeitraum genutzt werden, um eventuelle Kontaktallergien zu vermeiden.
  • Achtung: auch psychische Reaktionen möglich. Laut Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen können ätherische Öle nach anfänglicher Entspannung auch negativ auf das psychische Wohlbefinden wirken – wenn der Geruch z. B. negative Erinnerungen oder Emotionen wachruft.

Gute Luft gewünscht?

  • Dann lüften Sie doch einfach mehrmals am Tag für ein paar Minuten!
  • Nutzen Sie Pflanzen mit luftreinigender Wirkung, wie den Drachenbaum, Efeu, Chrysanthemen oder die Friedenslilie.
  • Neutralisieren Sie schlechte Gerüche mit Kaffee. Dazu z. B. den alten, trockenen Kaffeesatz in kleinen Schüsseln an verschiedenen Stellen in der Wohnung aufstellen. Zitronenschalen helfen gegen Muffel im Kühlschrank oder Geschirrspüler.
  • Natron und Backpulver neutralisieren Gerüche in Textilien: Mit feuchtem Schwamm einreiben, über Nacht einwirken lassen und tagsdrauf absaugen.
  • Wenn es dennoch duften soll: Verzichten Sie auf das „Wasser-Nebel“-Prinzip und problematische Duftstoffe. Nutzen Sie z. B. sehr sparsam Duftsteine aus ungebranntem, unglasiertem Ton oder Holzkugeln, die Sie mit 1-3 Tropfen natürlichem Aroma-Öl beträufeln (Achtung: unzugänglich für Kinder und Haustiere aufstellen!). 
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2 Kommentare
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Uschi Dugulin aus Neuenstein | 13.10.2021 | 12:24  
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Daniela Somers aus Untergruppenbach | 14.10.2021 | 08:27  
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