Welche Zahnbürste ist am umweltfreundlichsten?

Elektrische Zahnbürsten haben eine echt miese Ökobilanz. Auch Schadstoffe können enthalten sein. Besser sind Zahnbürsten aus Naturmaterialien (Foto: pixabay.com)
 
Wenn alle 3 Monate die Einweg-Plastik-Zahnbürste gewechselt wird, dann fallen in einer Lebensspanne mehrere Hundert Stück an. Ein stolzer Berg Plastikmüll, der nicht recycelt werden kann. (Foto: pixabay.com)

Wenn alle drei Monate spätestens die Einweg-Zahnbürste gewechselt wird, häuft sich im Laufe des Lebens eine Riesenmenge Plastik-Mül an. Doch wie nachhaltig und umweltfreundlich sind die Alternativen aus Bambus, Holz, "Bio-Plastik" oder mit Wechselkopf? Und wie steht es um elektrische Zahnbürsten im Vergleich?

Eine britische Studie* aus dem Jahr 2020 hat die Ökobilanz von vier Zahnbürsten-Typen verglichen: Eine konventionelle Plastik-Zahnbürste, eine elektrische Zahnbürste, eine Plastik-Zahnbürste mit tauschbarem Kopf sowie eine Zahnbürste aus Bambus. Mithilfe von 16 Kategorien wurden mögliche Negativfolgen auf die Umwelt und menschliche Gesundheit analysiert, darunter unter anderem der Einfluss der jeweiligen Zahnbürste auf das Klima, auf die Gesundheit von Gewässern und Biodiversität, auf den Zustand von Böden, sowie das Krebsrisiko beim Menschen. In allen Kategorien schnitten die Bambus-Zahnbürste und die mit Wechselkopf am besten ab. Besonders schlecht fürs Klima sind elektrische Zahnbürsten. Wir erklären warum.

Bambus: Schnell wachsender Rohstoff im Vorteil

Bambus-Bürsten sind mit Ausnahme der Borsten, die aus Nylon oder Bio-Plastik aus Rizinusöl bestehen, biologisch abbaubar – ein großer Vorteil im Vergleich zu Plastikbürsten. Bambus wird üblicherweise in China angebaut und vor Ort weiterverarbeitet. Bis die Bambus-Bürsten bei uns im Geschäft ankommen, haben sie daher einen langen Transport hinter sich. Zahnbürsten aus heimischen Hölzern haben in diesem Punkt also einen Vorsprung.

Holz-Zahnbürsten: Bitte nur regional und nachhaltig

In der britischen Studie wurden Zahnbürsten aus Holz nicht betrachtet, doch sie sind ebenfalls eine Lösung fürs plastikfreie Zähneputzen. Wenn Sie zu Zahnbürsten aus Holz greifen, achten Sie auf das FSC-Siegel und Holz aus heimischen Wäldern. So sind kurze Transportwege und nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Der Holzteil gehört in die Bio-Tonne, der Borstenkopf in den Restmüll.

Plastik-Zahnbürsten: Öko-SChlusslicht

Der größte Kritikpunkt an herkömmlichen Kunststoff-Zahnbürsten ist die enorme Menge Plastikmüll. Da Zahnbürsten ein Wegwerfprodukt sind und nicht als Verpackung gelten, sollen sie im Restmüll entsorgt werden und nicht im gelben Sack. Damit verbunden ist aber, dass der gut recycelbare Kunststoff des Stiels verbrannt und nicht in den Kreislauf zurückgeführt wird. Zahnbürsten mit Wechselkopf sind hierfür eine umweltfreundliche Alternative.

Wechsel-Zahnbürste spart Plastikmüll

Wechsel-Zahnbürsten sind letztlich die umweltfreundlichste Lösung, da sie im Vergleich zu Plastik-, Holz- und Bambus-Zahnbürsten keine Wegwerfprodukte sind, sondern lange genutzt werden können. Der Anteil des Abfalls ist bei dieser Variante erheblich kleiner. Wechsel-Modelle gibt es aus Kunststoff, Bio-Plastik und Holz. Getauscht wird, je nach Modell, nur der Kopf oder sogar nur die Borsten.

die elektrische Zahnbürste: schlechte Umweltbilanz

Wechselköpfe sind auch bei elektrischen Zahnbürsten üblich, leider macht sie das trotzdem nicht nachhaltig. Die Umweltbilanz der elektrischen Zahnbürste ist schlecht. Aufgrund der benötigten Ressourcen für die Batterie und das Ladekabel sowie des Energieverbrauchs sind die Umwelteinflüsse von elektrischen Zahnbürsten groß. Doch Sie sollten Ihre elektrische Zahnbürste nicht vorschnell ausmustern, sondern erst dann, wenn sie nicht mehr funktioniert. Ausrangierte elektrische Zahnbürsten können wie alle Elektrogeräte auf Recyclinghöfen abgegeben werden. Seit 2016 sind auch Ladengeschäfte, Online- und Versandhändler, die solche Geräte verkaufen, dazu verpflichtet, ausgediente Produkte zurückzunehmen.

Versteckte Schadstoffe

Auch aus einem anderen Grund ist es wichtig, beim Kauf der Zahnbürste aufmerksam zu sein. Gerade im mechanischen Inneren oder in den Stromkabeln der elektrische Variante können sich Schadstoffe verstecken. Auch normale Zahnbürsten können Schadstoffe im Griff enthalten, zum Beispiel krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAKs). Mit der ToxFox-App vom BUND können Sie Schadstoffe in Alltagsprodukten schnell aufspüren. Die kostenlose App zeigt an, ob ein Artikel problematische Chemikalien enthält.

Quelle:
*Lyne, A., Ashley, P., Saget, S. et al. Combining evidence-based healthcare with environmental sustainability: using the toothbrush as a model. Br Dent J229, 303–309 (2020): https://www.nature.com/articles/s41415-020-1981-0
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