Freie Schule Anne-Sophie ist Weltethosschule!

Übergabe der Urkunde an Bettina Würth
 
"Ästhetik und Ethik sind eins" philosophierte Prof. Ben Willikens
 
„Wenn die Erfahrungen aller Art, welche die Lernpartner durch unsere Arbeit erlebt haben, bleibende Eindrücke hinterlassen und diese dann noch auf andere Personen abstrahlen, ist das der beste Lohn für unsere Arbeit.“ Max Prieß

Es war ein besonderer Tag, den die Freie Schule Anne-Sophie Künzelsau kurz vor den Herbstferien feiern durfte: Als eine von wenigen Schulen im Lande wurde sie von Präsident Eberhard Stilz als „Weltethosschule“ ausgezeichnet. Die jahrelange und konsequente Umsetzung der Grundhaltungen und der Schulkonzeption wurden durch die Stiftung Weltethos gewürdigt und durch die Schulgemeinschaft entsprechend gefeiert.

„Um Weltethosschule zu werden, verlangen wir Nachweise auf höchstem Niveau“, bestätigte Präsident Eberhard Stilz von der Stiftung Weltethos die Bedingungen zur Auszeichnung. Für die Freie Schule Anne-Sophie begann der Weg zu dieser Auszeichnung lange vor der Bewerbung. Diese war letztendlich die Konsequenz aus der Erarbeitung und der Umsetzung der Schulkonzeption, mit der sich die Lernpartner, Mitarbeiter und die Eltern identifizieren. Präsident Eberhard Stilz bezeichnete die Bewerbung und vor allem die „Überprüfung“ der Schule durch eine Kommission als ein „Feuerwerk ethischer Aktivitäten“, durch die sich die Freies Schule Anne-Sophie als „Brückenbauer für ein Weltethos“ auszeichnet.

Mitreißender und philosophischer Festakt

Rund 350 Teilnehmer am Festakt wurden gleich mehrmals überrascht. Zuerst durch die Theatergruppe der Kursstufe II, die unter der Leitung von Christine Fegert theatralisch auf das Opening vorbereitete. Die Banner an der Rückseite der Aula mit Zitaten zum Weltethos waren nicht nur ein Blickfang, sondern brachten die Gäste zum Nachdenken. Doch dann kehrte sofort Ruhe und Begeisterung ein. Andras und Beata Lakatos spielten meisterlich Allegro Appasionata auf dem Klavier und Cello.
Angelika Schmidt, Gesamtleiterin der Schule, freute sich besonders über die große Beteiligung der Familie Würth, für die diese Auszeichnung einen sehr hohen Stellenwert hat. Prof. Dr. H. c. mult. Reinhold Würth und Bettina Würth mit ihren Ehepartnern erhielten einen besonderen Applaus, bevor Angelika Schmidt sich philosophisch mit einem Zitat von Leo N. Tolstoi mit dem Thema Veränderungen auseinandersetzte und konkrete Beispiele zum ethischen Handeln aufzeigte.
Unter der Leitung von Uli Dachtler und Mechthild Schray brachte der Primarstufenchor Bewegung auf die Bühne. Eine Auswahl musikalischer Songs brachten zum Ausdruck: „Wir sind eine Welt“, bunt, vielseitig und vor allem gleichwertig.

Eberhard Stilz: „Ihre Grundhaltungen sind faszinierend!“

In seiner Rede ging Präsident Eberhard Stilz insbesondere auf die vier Grundhaltungen der Freien Schule Anne-Sophie ein. In seiner Ansprache konnte man die Verbindung seiner juristischen Logik des einst höchsten baden-württembergischen Richters mit seiner Leidenschaft für ein Weltethos heraushören. Klar umrissen und von ihm definiert wurden die ersten drei Grundhaltungen Wertschätzung, Achtsamkeit und Lernbereitschaft. Er folgerte: „Nur wenn diese gelebt und umgesetzt sind, kann die vierte Grundhaltung ‚Zuversicht‘ gelingen!“ Zur Auszeichnung bat er Prof. Reinhold Würth, Bettina Würth, Angelika Schmidt, zwei Lernpartner und die Elternbeiratsvorsitzende Heike Hornstein auf die Bühne.
Prof. Reinhold Würth brachte in seinen Dankesworten die Freude der Familie Würth über diese Auszeichnung ein. Seine Worte zum Weltethos waren verknüpft mit den aktuellen Entwicklungen in der Welt und mit den Chancen, die alle in ihrem Umfeld haben, im Kleinen die ersten Schritte zur gegenseitigen Wertschätzung, Achtung und Anerkennung zu gehen.
Mit dem Song „Oh happy day“ unter der Leitung von Martin Hoof und dem erneuten Auftritt der Theatergruppe wurden die Gäste zum zweiten Teil der Auszeichnung aus der Aula entlassen, um zu den Aktivitäten in den Räumen und auf den Wegen zum Weltethos vertiefte Einblicke zu erhalten.

Räume und Wege zum Weltethos

Im zweiten Teil der Veranstaltung waren alle Gebäude und die Wege dorthin ein vielfältiger Marktplatz zum Weltethos. Gäste, Lernpartner und Lernbegleiter boten Ausschnitte aus ihren Aktivitäten und Begegnungen.

Kunst und Ethos

Ben Willikens, als Maler auf der ganzen Welt unterwegs, ging in der Bibliothek unter dem Titel „Ästhetik und Ethik sind eins“ darauf ein, dass ethische Bildung immer auch ästhetisch gelebt und begriffen werden sollte. Seine philosophischen Gedanken imponierten und schufen den Transfer von seiner Kunstrichtung zum ethischen Begreifen. „An der Freien Schule Anne-Sophie ist das Willikens-Fieber ausgebrochen“ erklärte Wolfgang Schiele, weil dieser bei Besuchen von Lernpartnern im Atelier des Künstlers versteht, junge Menschen zu begeistern und in der Kunst zur individuellen, ethischen und philosophischen Betrachtung motiviert.

Bleibende Eindrücke

Glaube – Liebe – Hoffnung als Oberbegriff der Thementage zum Abschluss des letzten Schuljahres standen im Blickfeld der Aktivitäten im Lernhaus 2. Lernpartner und Lernbegleiter berichteten und präsentierten das Erleben menschlichen Miteinanders in verschiedenen Projekten während der Thementage. Im Mittelpunkt standen die Exkursionen nach Verdun und Dachau. Lernbegleiter Max Prieß stellte fest: „Was bleibt, sind bleibende Eindrücke, die nicht nur in den Lernpartnern nachwirken, sondern auch unsere Gäste fesselten und zu einem spannenden Austausch anregten!“

Wir für Andere

Im Lernhaus 1 wurde dargestellt, wie in der Freien Schule Anne-Sophie Verantwortung übernommen wird! Dazu wurden Einblicke gegeben in die Umsetzung demokratischen Handelns. Weitere Schwerpunkte waren Beispiele aus dem schulischen Alltag - mit Augenmerk auf die Grundhaltungen der Schule. Im Fokus standen u. a. die demokratischen Gremien und die Einstellungen der Mitglieder sowie deren Grundsätze und Aufgaben.

Dem Ethos auf der Spur

Im Gebäude des College stellte die Weltethos- und die Theatergruppe aktiv Teile ihrer schulischen Arbeit vor. Jarah Geist motivierte ihre Gruppe zur theatralischen Darstellung und musikalischen Umrahmung der Vorgaben: „Was glauben wir heutzutage (nicht)? Wem glauben wir?“
Bei dieser Präsentation wurde der Wunsch von Ethik-Lernbegleiterin Jarah Geist beachtlich umgesetzt: „Wenn junge Menschen bereit sind, etwas Echtes von sich zu zeigen, ist eine erste Brücke zwischen Generationen, zwischen Menschen geschlagen.“

Auf dem Weg zum Brückenbauen

Gemäß dem Auftrag der Stiftung Weltethos, zeigte die Primarstufen wie es gelingt, Grenzen überwinden! Sie stellte markante Strategieen vor: Brücken statt Barrieren, Verständigung statt Abgrenzung, gemeinsam statt alleine.
Die Projekte der Primarstufe für das aktive Miteinander zeigten, wie sich die Freie Schule Anne-Sophie auf den Weg macht, im Sinne des Weltethos Brückenbauer zu werden!

AUGENBLICKKONTAKT war der Titel einer von Susanne Brückbauer vorbereiteten Kunstausstellung mit passenden Werken zum Thema Weltethos. Skulpturen, Bilder und Fotos von Maja Brückbauer, Hannah Faraone, Amelie Feimer, Oskar Kasatkin und Tim Klugesherz fanden große Beachtung.
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